Die Regierung will bei den Pensionen sparen — wie genau, ist noch offen. Das gewerkschaftsnahe Momentum Institut hat nun zwei Szenarien durchgerechnet und kommt zu einem klaren Ergebnis: Eine soziale Staffelung nützt der Wirtschaft mehr — und trifft die meisten Pensionisten nicht.
Was die Regierung plant — und was noch unklar ist
Im Doppelbudget 2027/28 ist vorgesehen, dass die Pensionserhöhungen im Jahr 2027 unter der Inflationsrate liegen — eine Einsparung von rund 280 Millionen Euro. Wie das konkret ausgestaltet wird, hat die Regierung noch nicht entschieden. Genau in diese Lücke stößt das Momentum Institut mit einem eigenen Vorschlag.
Modell 1: Soziale Staffelung — 82 Prozent bekommen vollen Ausgleich
Wie oe24 unter Berufung auf eine Aussendung des Momentum Instituts berichtet, schlägt Ökonomin Miriam Frauenlob folgendes Modell vor: Pensionen bis 3.000 Euro brutto werden gemäß der Inflationsrate um 3,3 Prozent erhöht. Pensionen über 3.000 Euro erhalten eine fixe Erhöhung von 99 Euro brutto monatlich — damit liegt der jährliche Anstieg pro Person bei maximal 1.386 Euro gedeckelt. Die geplante Einsparung von 280 Millionen Euro wäre damit erreicht.
Das Ergebnis: 82 Prozent aller Pensionisten — also fünf von sechs — würden den vollen Teuerungsausgleich erhalten und von der Deckelung nicht betroffen sein. Nur Bezieher höherer Pensionen würden weniger bekommen.
Modell 2: Einheitliche Erhöhung — benachteiligt kleine Pensionen
Ohne soziale Staffelung würden laut Momentum alle Pensionen um einheitlich 2,8 Prozent erhöht. Das klingt egalitär — ist es aber nicht. Wer eine Mindestpension bezieht, erhält dabei im Jahresvergleich rund 91 Euro brutto weniger als beim Staffelmodell. Auch Menschen mit durchschnittlichen Pensionen schneiden schlechter ab. Höhere Pensionsbezüge hingegen würden ohne Staffelung stärker steigen als im ersten Modell.
Das wirtschaftspolitische Argument
Frauenlob liefert auch eine gesamtwirtschaftliche Begründung für die Staffelung. Menschen mit niedrigen Pensionen — der Durchschnitt liegt laut Momentum bei 1.527 Euro monatlich — geben fast ihr gesamtes Einkommen für den laufenden Konsum aus. Eine höhere Erhöhung bei kleinen Pensionen fließt daher direkt in den Wirtschaftskreislauf zurück. „Um die Wirtschaft zu stützen, ist eine soziale Staffelung besser“, so Frauenlob in der Aussendung. Höhere Pensionsbezüge hingegen würden stärker gespart — mit entsprechend geringerer Konjunkturwirkung.
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