Der Streit um die geplanten Pensionsmaßnahmen der Bundesregierung verschärft sich weiter. Wie oe24 berichtet, wollen die Seniorenvertreter nicht über die konkrete Verteilung möglicher Einschnitte bei den Pensionen verhandeln.
Besonders deutlich formulierte das Birgit Gerstorfer, Vorsitzende des Pensionistenverbands. Laut oe24 erklärte sie im Ö1-„Mittagsjournal“, dass sich die Seniorenorganisationen „nicht den Schwarzen Peter umhängen lassen“ würden. Wenn die Regierung Kürzungen plane, müsse sie selbst entscheiden, wen diese treffen.
Widerstand gegen Anpassung unter der Inflation
Hintergrund der Debatte sind die geplanten Pensionsanpassungen im Rahmen des Doppelbudgets 2027/28. Wie oe24 berichtet, sollen die Pensionen künftig um rund 0,25 Prozentpunkte unter der Inflation steigen.
Die Regierung argumentiert, dass damit ein Beitrag zur Budgetsanierung geleistet werden müsse. Seniorenvertreter sehen darin dagegen einen Eingriff in die Kaufkraft älterer Menschen.
Bereits Ende April hatten sowohl der Seniorenbund als auch der Pensionistenverband laut oe24 vor weiteren Belastungen gewarnt. Damals erklärten die Organisationen, Pensionisten dürften nicht zum „Bankomat der Nation“ werden.
Kritik an Meinl-Reisinger
Besonders scharf reagierte Gerstorfer nun auf Aussagen von Außenministerin Beate Meinl-Reisinger. Wie oe24 berichtet, hatte die NEOS-Chefin in der ORF-„Pressestunde“ argumentiert, dass Pensionen in den vergangenen Jahren teilweise stärker als die Inflation erhöht worden seien. Deshalb sei eine geringere Anpassung nun vertretbar.
Gerstorfer widersprach dieser Darstellung deutlich. Laut oe24 würden dadurch bestimmte Jahrgänge benachteiligt, obwohl sie dieselben Beiträge ins System eingezahlt hätten.
Regierung unter Druck
Die Auseinandersetzung zeigt, wie sensibel das Thema Pensionen politisch geworden ist. Die Regierung steht unter erheblichem Budgetdruck, gleichzeitig wächst der Widerstand gegen Einsparungen bei älteren Menschen.
Wie oe24 bereits zuvor berichtete, sollen Pensionisten laut Berechnungen des Seniorenrats bereits Milliardenbeiträge zur Budgetsanierung leisten – unter anderem durch höhere Krankenversicherungsbeiträge und frühere Reformmaßnahmen.
Gespräche bleiben angespannt
Trotz des Boykotts einzelner Verhandlungen wollen die Seniorenvertreter laut oe24 weiterhin versuchen, die geplanten Einschnitte abzuwenden. Ein Treffen mit der Regierungsspitze soll noch diese Woche stattfinden.
Die Fronten bleiben jedoch verhärtet. Damit dürfte der Streit um die Pensionen zu einem der zentralen Konfliktthemen der kommenden Budgetverhandlungen werden.
Credits: APA
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