Eine parlamentarische Anfrage an das Bundesministerium für Wohnen, Kunst, Kultur, Medien und Sport bringt Details über staatliche Förderungen im LGBTIQ-Bereich ans Licht. Gleichzeitig räumt das Ministerium ein: Eine zentrale Übersicht über die geförderten Aktivitäten existiert nicht.
EuroGames Vienna erhielt 150.000 Euro
Wie aus der Anfragebeantwortung von Ressortchef Andreas Babler hervorgeht, erhielten die EuroGames Vienna 2024 eine Förderung von 150.000 Euro aus Bundesmitteln. Die Veranstaltung fand vom 17. bis 20. Juli 2024 in Wien statt, berichtet die Stadt Wien. Rund 4.000 Teilnehmer aus 50 Nationen traten in 31 Sportarten an.
Die Stadt Wien förderte das Event ebenfalls mit 150.000 Euro und stellte zahlreiche Sportstätten zur Verfügung, wie aus einer OTS-Aussendung vom Juli 2024 hervorgeht. Vizebürgermeister Christoph Wiederkehr (NEOS) und Sportstadtrat Peter Hacker (SPÖ) präsentierten die EuroGames als Teil von Wiens Engagement als „Regenbogenhauptstadt“.
FLINTA-Fußballprojekt gefördert
Laut exxpress wurde auch ein Pilotprojekt „FLINTA im Wiener Fußball“ genehmigt. FLINTA steht für Frauen, Lesben, intergeschlechtliche, nichtbinäre, transgeschlechtliche und agender Personen. Gefördert wurden dabei Workshops, Awareness-Konzepte und ein eigenes Turnier.
Das BAM Magazin berichtet, dass die FLINTA-Fußballmannschaft „Ballerin*s“ bei Aufschlag Wien queere Sportler fördert. Aufschlag Wien ist laut eigenen Angaben Österreichs größter Sportverein für LGBTIQ-Personen und bietet sieben Sportarten an.
Weitere Anti-Diskriminierungsprogramme
Darüber hinaus flossen laut der Anfragebeantwortung Mittel in Anti-Diskriminierungsprogramme im Handball. Die Angaben zeigen, dass über mehrere Legislaturperioden hinweg Gelder für LGBTIQ-bezogene Sport- und Integrationsprojekte bewilligt wurden. Eigenleistungen der Fördernehmer gab es teilweise keine.
Keine zentrale Übersicht
Brisant ist jedoch eine Feststellung des Ministeriums: Es verfügt über keine zentrale Übersicht, welche NGOs mit LGBTIQ-Bezug an Veranstaltungen teilnahmen oder in welcher Form sie eingebunden waren. Eine vollständige Beantwortung sei nicht möglich, da entsprechende Statistiken fehlen.
Das Ressort betont zwar, dass Förderentscheidungen geprüft und veröffentlicht wurden. Der fehlende Gesamtüberblick wirft dennoch Fragen zur Transparenz und Nachvollziehbarkeit der Förderpraxis auf.
Kontext: Sportförderung unter Kritik
Das Thema Sportförderungen durch das Ministerium steht aktuell generell in der Kritik. Wie heute.at im Oktober 2025 berichtete, erhielt die NGO „asylkoordination österreich“ über 356.000 Euro aus Bundessportförderung. Die FPÖ stellte dazu eine parlamentarische Anfrage an Babler.
FPÖ-Sportsprecher Markus Leinfellner kritisierte: „Diese Regierung hat die Sportförderung aufgrund der desaströsen Budgetsituation um 15 Prozent gekürzt, es fehlt das Geld für eine tägliche Turnstunde an den Schulen.“
Quellen:
- exxpress.at: „Enthüllt: Steuergeld für ‚FLINTA im Wiener Fußball'“
- Stadt Wien Presse-Service (OTS): „EuroGames starten erstmals in Wien – von 17. bis 20. Juli 2024 in Wien“
- 5min.at: „EuroGames Vienna 2024: Sport, Vielfalt und Gemeinschaft“
- Wikipedia: „EuroGames Vienna 2024“
- BAM Magazin: „Österreichische LGBTQUIA Sportteams“
- heute.at: „Anfrage an SPÖ-Minister Babler – Mehr als 350.000 Euro Sportförderung für Asylverein“
Credits: APA
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