Parade ohne Panzer, Waffenruhe mit Haken: Putin feiert — und Selenskyj erteilt seine „Genehmigung“

Parade ohne Panzer, Waffenruhe mit Haken: Putin feiert — und Selenskyj erteilt seine „Genehmigung“

Russland hat am 9. Mai seinen wichtigsten Gedenktag begangen — aber unter anderen Vorzeichen als sonst. Die Parade auf dem Roten Platz war so klein wie seit Jahren nicht. Und Selenskyjs Reaktion sorgte in Moskau für Empörung.

45 Minuten, keine Panzer, nordkoreanische Soldaten

Wie orf.at berichtet, fand die diesjährige Militärparade zum Tag des Sieges auf dem Roten Platz in Moskau unter massiv erhöhten Sicherheitsvorkehrungen statt. Panzer, Raketenwerfer und schweres Gerät fehlten vollständig — aus Angst vor ukrainischen Drohnenangriffen. Stattdessen wurden Waffensysteme wie die Interkontinentalrakete Jars und das Atom-U-Boot Archangelsk auf riesigen Bildschirmen gezeigt. Der Aufmarsch war nach 45 Minuten beendet. Das mobile Internet im Stadtzentrum war abgeschaltet, belebte Straßen wirkten wie ausgestorben.

Neben russischen Soldaten marschierten auch nordkoreanische Einheiten über den Roten Platz — Truppen, die laut orf.at bereits in der Region Kursk gegen ukrainische Soldaten gekämpft hatten. Unter den ausländischen Staatsgästen fiel besonders einer auf: Der slowakische Premier Robert Fico — der einzige Regierungschef eines EU-Staates, der nach Moskau gereist war.

Putin: Ukraine kämpft gegen die „gesamte NATO“

In seiner Rede vor mehreren hundert Soldaten zog Putin laut orf.at eine direkte Linie vom Zweiten Weltkrieg zum aktuellen Ukraine-Krieg. Die russische Armee stelle sich in der Ukraine „einer aggressiven Macht entgegen, die vom gesamten NATO-Block bewaffnet und unterstützt wird.“ Er sei „zutiefst überzeugt, dass unsere Sache gerecht ist.“ ORF-Korrespondentin Carola Schneider ordnete die abgespeckte Parade als „Zeichen der Verwundbarkeit“ Russlands ein.

Trump verkündet dreitägige Waffenruhe

Am Freitagabend hatte US-Präsident Donald Trump auf Truth Social eine dreitägige Feuerpause ab Samstag verkündet, die von Moskau und Kiew bestätigt wurde. Beide Seiten vereinbarten zudem den Austausch von je tausend Kriegsgefangenen. Trump erklärte, er hoffe, das sei „der Anfang vom Ende eines sehr langen, tödlichen und hart geführten Krieges.“ Er dankte sowohl Putin als auch Selenskyj für ihre Zustimmung.

Selenskyjs „Genehmigung“ — und Moskaus Empörung

Den kuriosesten Moment des Tages lieferte Selenskyj. Per Dekret ordnete er an, dass die Ukraine den Roten Platz „für die Dauer der Parade“ vom Angriff ausschließe — und erteilte damit Moskau offiziell seine „Genehmigung“ für die Parade. Im Erlass waren sogar konkrete Koordinaten eingetragen. Wie orf.at berichtet, reagierte Kreml-Sprecher Dmitri Peskow scharf: „Wir brauchen von niemandem eine Erlaubnis.“ Und: „Wehe dem, der versucht, sich über den Tag des Sieges lustig zu machen.“

Dass beide Seiten einander gleichzeitig Verstöße gegen die Feuerpause vorwarfen, passt ins Bild. Unabhängig überprüfbar waren die Angaben keiner der beiden Kriegsparteien.

Credits: APA

Teilen:
0 0 Abgegebene Stimmen
Artikel Bewertung
Abonnieren
Benachrichtigung von
guest

0 Kommentare
Älteste
Neuestes Meistgewählt
0
Ich würde mich über Ihre Meinung freuen, bitte kommentieren Sie.x