Wladimir Putin zieht sich immer weiter zurück. Die Angst vor einem Attentat oder einem Putsch treibt den russischen Präsidenten in die totale Isolation. Wie der US-Sender CNN unter Berufung auf einen europäischen Geheimdienstbericht berichtet, lässt der Kremlchef mittlerweile sogar die Wohnungen seiner engsten Vertrauten überwachen. Die Nervosität in der russischen Machtelite erreicht offenbar einen neuen Höhepunkt.
Strenge Regeln für das Personal
Die aktuellen Sicherheitsmaßnahmen in Moskau erinnern stark an einen Spionage-Film. Mitarbeiter im direkten Umfeld des Präsidenten stehen unter enormem Druck. Wie der Spiegel und der Tagesspiegel berichten, dürfen Köche, Fotografen und Leibwächter keine öffentlichen Verkehrsmittel mehr nutzen. Wer direkt bei Putin arbeitet, darf nur noch Handys ohne Internetzugang bei sich tragen. Zudem müssen Besucher ab sofort zwei strenge Kontrollen durchlaufen, bevor sie zu ihm gelassen werden. Der Sicherheitsapparat schirmt den Präsidenten komplett ab.
Leben im Untergrund
Auch Putins eigener Alltag hat sich drastisch verändert. Er meidet seine üblichen Residenzen, wie etwa das luxuriöse Anwesen am Waldai-See. Wie die Financial Times meldet, verbringt der Präsident stattdessen oft Wochen in unterirdischen Bunkern, besonders in der Region Krasnodar am Schwarzen Meer. Reisen sind auf ein absolutes Minimum reduziert worden. Militärbasen besucht er plötzlich gar nicht mehr. Stattdessen nutzt der Kreml vorproduzierte Videos, um der Öffentlichkeit Normalität vorzugaukeln und den genauen Aufenthaltsort des Präsidenten zu verschleiern.
Angst vor Drohnen und alten Freunden
Hinter dieser massiven Abschottung steckt Furcht. Die Welt berichtet, dass der Kreml nach mehreren Anschlägen auf hochrangige Militärs in absoluter Alarmstimmung ist. Im Dezember starb ein russischer Top-General durch eine Autobombe in Moskau. Seitdem wächst die Sorge vor gezielten Drohnenangriffen aus den eigenen Reihen. Besonders brisant ist dabei eine bestimmte Personalie: Laut den Geheimdienstinformationen steht Ex-Verteidigungsminister Sergei Schoigu unter strenger Beobachtung. Er hat weiterhin großen Einfluss im militärischen Oberkommando und wird von Putins Umfeld direkt mit einer möglichen Putschgefahr in Verbindung gebracht.
Quellen: oe24.at, Der Spiegel, Der Tagesspiegel, Die Welt, CNN, Financial Times
Credits: APA
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