Es ist der absolute Albtraum für alle Eltern: Mit Rattengift versetzte Babynahrung in den Regalen der Supermärkte. Nun haben die Ermittler offenbar den Mann gefasst, der für diese skrupellose Tat verantwortlich sein soll. Ein 39-jähriger ehemaliger Manager des Babykostherstellers Hipp sitzt in Untersuchungshaft. Doch der Verdächtige bestreitet alles vehement.
Zugriff in Salzburg
Wie oe24.at berichtet, klickten für Tomas S. am Wochenende in St. Gilgen im Bundesland Salzburg die Handschellen. Der 39-jährige, dreifache Familienvater wurde noch am Sonntag in die Justizanstalt Eisenstadt überstellt. Die Staatsanwaltschaft fackelte nicht lange und beantragte sofort Untersuchungshaft, die mittlerweile auch verhängt wurde. Der Vorwurf wiegt schwer: Verdacht auf versuchte absichtlich schwere Körperverletzung und vorsätzliche Gemeingefährdung. Auch eine Anklage wegen schwerer Erpressung steht im Raum.
Eiskalte Erpressung mit Rattengift
Das Motiv für die unfassbare Tat scheinen finanzielle Probleme zu sein. Der Täter soll vom Unternehmen Hipp stolze zwei Millionen Euro in Kryptowährungen gefordert haben. Um seiner Forderung Nachdruck zu verleihen, schreckte er offenbar nicht davor zurück, das Leben von Kleinkindern aufs Spiel zu setzen.
Insgesamt wurden im April in Österreich, Tschechien und der Slowakei fünf manipulierte Gläschen der Sorte „Gemüsegläschen Karotte mit Kartoffel“ sichergestellt. Die Gläser waren mit einem auffälligen weißen Aufkleber mit rotem Kreis am Boden markiert. Eine toxikologische Untersuchung eines in einer Eisenstädter Spar-Filiale sichergestellten Glases brachte traurige Gewissheit: Es enthielt 15 Mikrogramm Rattengift. Laut ZDFheute handelt es sich bei dem Gift meist um den Wirkstoff Bromadiolon, der die Blutgerinnung hemmt und bei Babys zu inneren Blutungen führen kann.
Verteidiger schlägt Alarm: „Für die Landwirtschaft“
Der festgenommene Tomas S. war selbst jahrelang bei Hipp beschäftigt, zuletzt als Verkaufsleiter, bevor das Arbeitsverhältnis im Februar dieses Jahres einvernehmlich aufgelöst wurde. Sein Verteidiger, der bekannte Anwalt Manfred Arbacher-Stöger, ist von der Unschuld seines Mandanten überzeugt. Wie der Standard berichtet, bezeichnete der Anwalt die Vorwürfe als völlig haltlos.
Zwar wurde bei einer Hausdurchsuchung tatsächlich Rattengift gefunden, doch dafür gibt es laut der Verteidigung eine simple Erklärung: Der gebürtige Slowake besitze in seiner Heimat eine kleine Landwirtschaft, für die das Gift bestimmt gewesen sei. Für den 39-Jährigen gilt die Unschuldsvermutung.
Die Angst bleibt: Ein Glas fehlt noch
Während der Verdächtige hinter Gittern sitzt, läuft die Suche der Ermittler auf Hochtouren weiter. Denn die Gefahr ist noch nicht endgültig gebannt. Die Polizei geht davon aus, dass im Burgenland noch ein weiteres manipuliertes Glas im Umlauf sein könnte. Eltern sind weiterhin aufgerufen, beim Kauf von Babynahrung höchste Vorsicht walten zu lassen und beschädigte Gläser ohne das typische „Knack-Geräusch“ beim Öffnen sofort zu melden.
Quellen: oe24.at, Bild.de, Tagesschau.de, ZDFheute.de, derStandard.de
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