Wien fördert HOSI und QWIEN mit über 670.000 Euro — ÖVP stellt Fragen

Wien fördert HOSI und QWIEN mit über 670.000 Euro — ÖVP stellt Fragen

Der Wiener Gemeinderat hat im April Förderungen für zwei queere Organisationen in der Bundeshauptstadt genehmigt. Die Summen sind beachtlich — und sie stehen im Kontrast zur sonst propagierten Sparlogik der Stadt.

371.000 Euro für HOSI, 300.000 Euro für QWIEN

Wie ggg.at unter Berufung auf den Wiener Gemeinderat berichtet, wurden zuletzt Förderungen in Höhe von 371.000 Euro für die Homosexuelle Initiative Wien (HOSI) sowie 300.000 Euro für das queere Archiv und Kulturzentrum QWIEN beschlossen — zusammen also mehr als 670.000 Euro. Beide Organisationen erhalten die Mittel aus dem Stadtbudget.

Die Begründung der SPÖ-geführten Stadtregierung ist bekannt: Wien solle ein Ort sein, an dem alle Menschen frei und würdevoll leben können. QWIEN wird als wichtige Institution zur Sichtbarmachung queerer Geschichte eingestuft, HOSI als zentrale Beratungs- und Anlaufstelle.

Was die Organisationen tun — und was das kostet

QWIEN — Österreichs erstes queeres Kulturzentrum — betreibt laut eigenen Angaben ein Archiv, eine Bibliothek und eine Forschungsstelle und bietet wechselnde Ausstellungen und Veranstaltungen an. Der Verein zog Mitte 2025 in einen neuen Standort und erhielt dabei laut Pressefeuer eine langfristige finanzielle Absicherung durch die Stadt Wien. Aktuell zeigt QWIEN unter anderem eine ESC-Ausstellung und plant für den Sommer 2026 weitere Programme.

Die HOSI Wien ist seit Jahrzehnten die bekannteste LGBTIQ-Organisation Österreichs und bietet Beratung, Unterstützung und politische Interessenvertretung an.

ÖVP kritisiert — ohne Mehrheit

Die Förderungsbeschlüsse blieben im Gemeinderat nicht unwidersprochen. Wie ggg.at berichtet, stellte ÖVP-Gemeinderätin Caroline Hungerländer die Höhe der QWIEN-Förderung in Frage. Sie erkenne die historische Arbeit des Vereins „teilweise“ an, halte aber einzelne Veranstaltungen „nicht unbedingt förderungswürdig“ — als Beispiel nannte sie eine Ausstellung zum Jubiläum der LMC Vienna, einem der ältesten Vereine der Community. Ein entsprechender ÖVP-Antrag auf Überprüfung der Förderung fand im Gemeinderat jedoch keine Mehrheit.

Sparkurs mit Ausnahmen

Die Förderungen fallen in ein Jahr, in dem Wien offiziell spart. Das Gesamtkulturbudget sinkt 2026 laut der Stadt Wien um 7,6 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Einzelne Förderungen wie jene für das Sommernachtskonzert der Wiener Philharmoniker wurden gestrichen. Dass gleichzeitig queere Institutionen mehr als 670.000 Euro erhalten, wird von Kritikern als Widerspruch gewertet — von der Stadtregierung als gezielte Prioritätensetzung.

Credits: APA

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