Eine unsichtbare Gefahr lauert direkt vor der Haustür. Wer morgens einen Spaziergang macht oder aufs Rad steigt und tief durchatmet, schluckt dabei unbewusst einen Cocktail aus Schadstoffen. Eine schockierende neue Studie zeigt: Der Straßenstaub in Wien enthält riesige Mengen an Mikroplastik, Schwermetallen und krebserregenden Substanzen.
Schlimmer als in anderen Großstädten
Diese Erkenntnisse versetzen Expertinnen und Experten in Alarmbereitschaft. Eine polnische Geophysikerin hat im Rahmen der EGU-Wissenschaftskonferenz Proben an sieben verschiedenen Orten im Wiener Stadtgebiet genommen. Das Ergebnis ist erschreckend: Der Straßenstaub in der österreichischen Hauptstadt ist deutlich gefährlicher als in anderen Großstädten. In Wien liegen die Konzentrationen von Mikroplastik und krebserregenden Stoffen über denen von Warschau, Krakau oder selbst Brisbane.
Das Gift am Straßenrand
Doch woher kommt dieser gefährliche Dreck eigentlich? Vor allem entlang der Randsteine und neben parkenden Autos sammelt sich der Staub. Er besteht aus Reifenabrieb, Bremsstaub, Asphaltpartikeln, Abgasrückständen und Streumitteln vom Winter. Sobald Wind aufkommt oder ein Auto vorbeifährt, wirbelt alles auf – Fußgänger und Radfahrer atmen es direkt ein. Die Forscher sprechen von Konzentrationen an Schwermetallen, Mikroplastik und organischen Schadstoffen, die von „gefährlich“ bis „extrem gefährlich“ reichen.
Ein simples Reinigungsproblem
Die Studienautorin nennt auch einen klaren Grund für diese schockierenden Werte: Wien reinigt seine Straßen schlichtweg zu selten. In Warschau wird laut Bericht zweimal pro Woche gekehrt. In Wien räumt die MA 48 „anlassbezogen“ – ohne feste Intervalle. Unter parkenden Autos kommt der Kehrbesen oft gar nicht zum Einsatz.
Mittlerweile gibt es schnelle und günstige Messmethoden, die sogar mithilfe von Magneten in nur einer Minute aufzeigen können, wie stark die Verschmutzung ist. Die Stadt hätte längst alle Werkzeuge in der Hand, um das Ausmaß der Gefahr exakt zu erfassen. Jetzt müssen die Verantwortlichen nur noch entscheiden, ob sie wirklich das Gift entfernen wollen, das wir Tag für Tag einatmen.
Quelle: oe24.at, EGU General Assembly 2026, Umweltbundesamt (Environment Agency Austria)
Credits: APA
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