In den heftig umkämpften Städten Pokrowsk und Kupjansk herrscht ein erbitterter Kampf um jeden Meter Boden. Nun hat Russland die ukrainischen Truppen zur Kapitulation aufgefordert und behauptet, die Soldaten seien eingekesselt. Doch Kiew widerspricht und wirft Moskau vor, die Realität zu verdrehen.
Russlands Ultimatum: Eingekesselt und ohne Chance?
Wie unter anderem der ORF und das ZDF berichten, erklärte das Moskauer Verteidigungsministerium, die ukrainischen Soldaten in Pokrowsk und Kupjansk hätten keine andere Überlebenschance als die Kapitulation. Russische Quellen behaupten, man sei nur wenige Kilometer von einer vollständigen Umzinglung der strategisch wichtigen Stadt Pokrowsk entfernt. Mehrere Ausbruchsversuche ukrainischer Einheiten seien bereits abgewehrt worden. Kremlsprecher Dmitri Peskow warf Kiew sogar vor, die „desolate Situation“ der eigenen Streitkräfte zu verheimlichen.
Kiews Gegenangriff: Spezialeinheiten im Einsatz
Die Ukraine weist die russischen Darstellungen als reine Propaganda zurück. Der ukrainische Generalstab betonte, dass keine Einheiten eingekreist seien. Im Gegenteil: Wie die Kronen Zeitung meldet, sollen Einheiten des Geheimdienstes HUR erfolgreich in Pokrowsk vorgedrungen sein und dort Angriffe auf russische Kräfte führen. Die Situation sei zwar schwierig, aber die Logistik und Versorgung der Truppen sei gesichert. Das renommierte Institute for the Study of War (ISW) bestätigt in seinen Analysen, dass ukrainische Kräfte weiterhin Gegenangriffe durchführen und sogar in einigen Gebieten, wie östlich von Rodynske, jüngst vorrücken konnten.
Ein Nervenkrieg um die Wahrheit
Die widersprüchlichen Meldungen machen eine unabhängige Überprüfung der Lage vor Ort unmöglich. Während russische Militärblogger von einer „Grauzone“ sprechen, in der keine Seite die volle Kontrolle habe, zeigt sich Kiew kämpferisch. Pokrowsk gilt seit langem als entscheidender logistischer Knotenpunkt und als „Tor zur Region Donezk“. Der Kampf um die Stadt ist daher von enormer strategischer Bedeutung. Fast vier Jahre nach Beginn des Angriffskrieges rückt die russische Armee nicht nur im Donbass, sondern auch in den Regionen Charkiw und Dnipropetrowsk weiter vor. Der erbitterte Informationskrieg begleitet dabei jeden Schritt an der Front.
Credits: APA
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