ORF-Generaldirektor Roland Weißmann hat ein umfangreiches Sparprogramm angekündigt, das den öffentlich-rechtlichen Rundfunk bis 2029 vor große Herausforderungen stellt. Insgesamt sollen 130 bis 140 Millionen Euro eingespart werden.
Einsparungen in allen Bereichen
Wie Weißmann in einem Hintergrundgespräch erklärte, wird der Sparkurs alle Bereiche des ORF betreffen. Zwei Drittel der Einsparungen sollen bei Sach- und Programmkosten erfolgen, ein Drittel bei den Personalkosten. „Wir werden einen strikten Sparkurs fahren müssen“, betonte der Generaldirektor laut Die Presse. Ziel sei es jedoch, die Auswirkungen für das Publikum so gering wie möglich zu halten. „Idealerweise merkt das Publikum möglichst wenig davon“, so Weißmann.
Programm bleibt im Fokus
Trotz der Einsparungen plant der ORF, seine Programmvielfalt weitgehend zu erhalten. So sollen beliebte Serien wie „Kommissar Rex“, „Braunschlag“ und „MA 2412“ zurückkehren. Auch neue Produktionen sind in Arbeit. „Wir wollen den Österreich-Aspekt im Programm weiter stärken“, erklärte Weißmann gegenüber exxpress.at. Gleichzeitig betonte er, dass der ORF weiterhin ein wichtiger Partner der heimischen Filmwirtschaft bleiben werde.
Personalkosten unter Druck
Ein zentraler Punkt des Sparprogramms sind die Personalkosten. Der ORF setzt auf einen „strikten Nicht-Nachbesetzungskurs“ und ein Handshake-Programm, das Mitarbeitern den freiwilligen Austritt erleichtern soll. Ob diese Maßnahmen ausreichen, bleibt jedoch unklar. „Ich schließe nichts aus“, erklärte Weißmann laut Heute.at. Wichtig sei es, einen „Braindrain“ – also den Verlust von Know-how – zu verhindern.
Haushaltsabgabe eingefroren
Ein wesentlicher Grund für die Einsparungen ist das von der Regierung beschlossene Einfrieren der Haushaltsabgabe bis 2029. Diese Maßnahme setzt den ORF finanziell unter Druck. Dennoch zeigte sich Weißmann optimistisch: „Im Fernsehen haben wir die besten Marketingwerte seit zehn Jahren“, zitiert ihn Die Presse. Auch die Plattform ORF On bleibt laut Weißmann die meistgenutzte Themenplattform in Österreich.
Großereignisse als Hoffnungsträger
Das Jahr 2026 soll trotz der Sparmaßnahmen ein Highlight für den ORF werden. Neben der Fußball-WM und den Olympischen Winterspielen wird der Eurovision Song Contest in Wien ausgetragen. Die Finanzierung des ESC sorgt jedoch für Diskussionen. Kulturschaffende warnten in einem offenen Brief davor, Mittel aus dem Kunst- und Kulturbereich für die Veranstaltung zu verwenden. Weißmann entgegnete: „Man soll sich doch freuen, dass Österreich für die Welt wieder zur Bühne wird!“ (exxpress.at).
Credits: APA
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