ORF feuert Ex-Chef Weißmann trotz Freispruchs – Anwalt spricht von Skandal

ORF feuert Ex-Chef Weißmann trotz Freispruchs – Anwalt spricht von Skandal

Der ehemalige ORF-Generaldirektor Roland Weißmann steht erneut im Rampenlicht – und diesmal nicht wegen seiner Verdienste für den öffentlich-rechtlichen Rundfunk. Nach einer internen Untersuchung, die ihn von Vorwürfen der sexuellen Belästigung entlastete, hat der ORF dennoch das Dienstverhältnis mit Weißmann beendet. Der Fall sorgt für hitzige Diskussionen und wirft Fragen zur Fairness und Rechtsstaatlichkeit auf.

Untersuchung entlastet Weißmann – Kündigung folgt trotzdem

Wie der ORF in einer Aussendung mitteilte, kam die Compliance-Stelle zu dem Ergebnis, dass keine sexuelle Belästigung im rechtlichen Sinne vorliegt. Dennoch betonte der Sender, dass von Führungskräften ein „hohes Maß an Integrität“ erwartet werde. „Jeder Anschein eines unangemessenen Verhaltens ist zu vermeiden“, hieß es weiter. Weißmanns Anwalt Oliver Scherbaum bezeichnete die Kündigung als „durchschaubaren Versuch, ein Fehlverhalten zu konstruieren“. Laut Scherbaum sei sein Mandant „vollständig entlastet“ worden.

Weißmann wehrt sich: „Rechtsstaatlichkeit in Frage gestellt“

Für Weißmann ist die Entscheidung des ORF ein Schlag ins Gesicht. Der 58-Jährige, der nach seinem Rücktritt als Generaldirektor wieder in ein normales Angestelltenverhältnis zurückgekehrt war, kündigte an, alle rechtlichen Mittel auszuschöpfen. „Sämtliche rechtlichen Ansprüche werden konsequent verfolgt“, ließ sein Anwalt verlauten. Besonders brisant: Laut dem internen Gutachten konnte nicht einmal die Unerwünschtheit von Weißmanns Verhalten mit der notwendigen Wahrscheinlichkeit festgestellt werden.

Politische Intrigen oder notwendige Konsequenz?

Hinter den Kulissen des ORF brodelt es. Weißmann, der der ÖVP nahesteht, hatte gute Chancen auf eine Wiederwahl als Generaldirektor. Kritiker vermuten, dass die Kündigung politisch motiviert sein könnte. Ingrid Thurnher, die interimistische Generaldirektorin, betonte hingegen die Wichtigkeit von Transparenz und Integrität: „Das Strafrecht ist nicht unser Maßstab.“

Ein teurer Rechtsstreit droht

Die Entscheidung des ORF könnte für den Sender teuer werden. Weißmanns Anwalt rechnet mit einem langwierigen Arbeitsrechtsprozess. Gleichzeitig steht der ORF vor weiteren Herausforderungen: In wenigen Wochen richtet der Sender den Eurovision Song Contest aus – ein Event, das nicht nur organisatorisch, sondern auch finanziell eine Mammutaufgabe darstellt.

Quellen: oe24.at, Spiegel.de, Heute.at, Krone.at, Salzburg24.at
Credits: APA

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