Am 7. Oktober 2025 wird es ernst für ÖVP-Klubobmann August Wöginger. Dann startet der Prozess gegen den Politiker und zwei Beamte am Landesgericht Linz. Der Vorwurf: Missbrauch der Amtsgewalt. Insgesamt sind elf Verhandlungstage angesetzt, und ein Urteil wird bereits für den 20. November erwartet.
Die Anklage: Machtmissbrauch und Postenschacher?
Die Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft (WKStA) wirft Wöginger vor, im Jahr 2017 zugunsten eines oberösterreichischen ÖVP-Bürgermeisters interveniert zu haben. Dieser sollte – trotz angeblich geringerer Qualifikation – zum Vorstand des Finanzamts für Braunau, Ried und Schärding ernannt werden. Die Ermittler stützen sich auf brisante Chats zwischen Wöginger und dem damaligen Kabinettschef des Finanzministeriums, Thomas Schmid. In einer Nachricht schrieb Schmid:
„Wir haben es geschafft (…) Der Bürgermeister schuldet dir was!“ Wögingers Antwort: „Echt super.“
Schmid als Kronzeuge: Ein belastendes Puzzle
Thomas Schmid, mittlerweile Kronzeuge, spielt eine zentrale Rolle in diesem Fall. Laut WKStA soll er auf Beamte des Finanzministeriums Einfluss genommen haben, um die gewünschte Postenbesetzung durchzusetzen. Ein hochrangiger Beamter, der Wöginger parteipolitisch nahestand, soll als Vorsitzender der Begutachtungskommission ebenfalls an der Entscheidung beteiligt gewesen sein.
Wögingers Verteidigung: „Ich bin unschuldig!“
Der ÖVP-Klubobmann weist alle Vorwürfe zurück. In einer schriftlichen Stellungnahme betont er: „Ich habe zu keinem Zeitpunkt Einfluss auf die unabhängige Kommission genommen.“ Er habe sich lediglich gefreut, dass ein Kandidat aus seiner Region die Position erhalten habe, und halte diesen für qualifiziert und geeignet.
Credits: APA
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