Die Trockenheit in Österreich erreicht ein neues, besorgniserregendes Ausmaß: Laut einer aktuellen Analyse der Umweltschutzorganisation Greenpeace sind die Grundwasserstände an mehr als 70 Prozent der Messstellen auf einem niedrigen oder sogar sehr niedrigen Niveau. Besonders dramatisch: An über zehn Prozent der Messstellen wurden Ende April Rekord-Tiefstände gemessen – ein noch nie dagewesenes Szenario.
Oberösterreich, Salzburg und Kärnten besonders betroffen
Die Lage ist vor allem in Oberösterreich, Salzburg und Kärnten kritisch. In Oberösterreich zeigen mehr als ein Drittel der Messstellen historische Tiefstände, in Salzburg ist es jede vierte und in Kärnten jede fünfte Messstelle. Greenpeace-Wasserexperte Sebastian Theissing-Matei warnt: „Unsere Natur trocknet aus. Nach einem dürren Winter erleben wir nun einen extrem trockenen Frühling. Doch das ist längst keine Ausnahme mehr, sondern die neue Realität.“
Ursachen: Ein halbes Jahr ohne ausreichenden Regen
Die Gründe für die alarmierenden Zahlen sind eindeutig: In fünf der letzten sechs Monate fiel in Österreich deutlich weniger Niederschlag als üblich. Laut Geosphere Austria war der April 2026 einer der trockensten seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 1858. In manchen Regionen, wie dem Rheintal oder dem Burgenland, betrug das Niederschlagsdefizit bis zu 85 Prozent. Der regnerische Februar konnte die Defizite nicht ausgleichen.
Greenpeace fordert Maßnahmen
Greenpeace fordert die österreichische Bundesregierung auf, endlich das im Regierungsprogramm angekündigte Wasserentnahme-Register für Industrie und Landwirtschaft umzusetzen. Dieses Register soll Transparenz schaffen, wie viel Wasser tatsächlich verbraucht wird. Zudem warnt die Organisation vor einer geplanten Aufweichung des EU-Wasserschutzrechts, die den Schutz von Grundwasser und Flüssen gefährden könnte.
Folgen für Mensch und Natur
Die Auswirkungen der Trockenheit sind bereits spürbar: Neben den niedrigen Grundwasserständen häufen sich auch Waldbrände, wie zuletzt in mehreren Bundesländern. Grundwasser ist nicht nur die wichtigste Trinkwasserquelle, sondern auch essenziell für Landwirtschaft und Industrie. „Der Schutz unseres Grundwassers muss oberste Priorität haben“, betont Theissing-Matei.
Quellen: oe24.at, Greenpeace, Geosphere Austria, vorarlberg.ORF.at
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