Die Hoffnung auf einen Umschwung am österreichischen Arbeitsmarkt war zart und kurzlebig. Die April-Zahlen des Arbeitsmarktservice zeigen: Es geht weiter bergab — und die Gründe dafür reichen über die Grenzen Österreichs hinaus.
Drei Jahre Anstieg in Folge
Wie oe24 unter Berufung auf aktuelle AMS-Daten berichtet, sind im April 2026 rund 389.000 Menschen in Österreich ohne Job. Inklusive Schulungsteilnehmer liegt die Gesamtzahl der beim AMS vorgemerkten Personen laut arbeit plus sogar bei über 400.000. Zum Vergleich: Im März 2026 waren es 322.727 Arbeitslose plus 77.834 Schulungsteilnehmer — insgesamt 400.561 Personen, ein Plus von 0,9 Prozent gegenüber dem Vorjahr.
Damit hält ein Trend an, der laut arbeit plus seit April 2023 ununterbrochen läuft: Die Arbeitslosenzahlen steigen — Monat für Monat, Jahr für Jahr. Der Anstieg hat sich zuletzt zwar verlangsamt, von einem echten Rückgang ist Österreich aber weit entfernt.
Angekündigte Trendwende gestoppt
AMS-Vorständin Petra Draxl kommentierte die März-Zahlen gegenüber dem AMS unmissverständlich: „Der Anstieg der Arbeitslosigkeit verlangsamt sich aktuell auf 0,9 Prozent, die angekündigte Trendwende wurde jedoch vom Krieg in Nahost gestoppt.“ Das ist eine bemerkenswert offene Aussage: Die wirtschaftliche Erholung, die Prognostiker für 2026 vorsichtig in Aussicht gestellt hatten, wurde durch einen externen Schock abgewürgt, bevor sie richtig begonnen hatte.
Laut arbeit plus trifft der Anstieg der Arbeitslosigkeit besonders Frauen, Menschen mit Behinderung, ältere Arbeitnehmer und Personen mit niedrigem Bildungsabschluss — also jene Gruppen, die ohnehin strukturell schlechtere Karten am Arbeitsmarkt haben. Bei den Männern und Schulungsteilnehmern gab es im März erstmals einen leichten Rückgang von zwei Prozent.
Regionale Unterschiede — Wien bleibt Sorgenkind
Das Bild ist nicht überall gleich düster. Laut derfinanzcheck.at unter Berufung auf AMS-Daten sank die Arbeitslosigkeit im April in Kärnten um 4,5 Prozent, in Oberösterreich um 1,2 Prozent und in Tirol um 1,0 Prozent. Wien bleibt mit Abstand das Bundesland mit der höchsten Arbeitslosenquote — ein Dauerzustand, der sich trotz aller Ankündigungen kaum verändert.
Die nationale Arbeitslosenquote lag im März 2026 laut AMS bei 7,5 Prozent. Die April-Zahlen werden diesen Wert voraussichtlich nicht verbessern.
Credits: APA
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