Österreich zahlt und zahlt: Die Alpenrepublik trägt eine der größten EU-Lasten

Österreich zahlt und zahlt: Die Alpenrepublik trägt eine der größten EU-Lasten

Neue Zahlen sorgen für Aufsehen in der Debatte um EU-Gelder. Eine aktuelle Studie zeigt: Österreich gehört zu den Ländern, die im Verhältnis zu ihrer Wirtschaftsleistung die größte Last in der Europäischen Union tragen. Rechnet man den regulären EU-Haushalt und den Corona-Wiederaufbaufonds „NextGeneration EU“ zusammen, stemmt die Alpenrepublik gemeinsam mit Schweden und Irland die höchste finanzielle Belastung.

Die nackten Zahlen auf dem Tisch

Wie das Institut der deutschen Wirtschaft (IW Köln) in einer Untersuchung berichtet, die der Nachrichtenagentur Reuters vorlag, ergibt sich ein klares Bild der finanziellen Machtverhältnisse in Europa. Während Deutschland in absoluten Zahlen mit 13,1 Milliarden Euro im vergangenen Jahr der Nettozahler Nummer eins bleibt, rückt Österreich in der relativen Betrachtung ins Rampenlicht. Gemessen an der Wirtschaftsleistung zahlen Österreich, Schweden und Irland jeweils rund 0,5 Prozent ihres Bruttoinlandsprodukts in die gemeinsamen Töpfe ein. Deutschland folgt hier erst auf dem sechsten Platz mit 0,35 Prozent.

Schaut man nur auf die Pro-Kopf-Belastung, ergibt sich ebenfalls ein eindeutiges Ranking. Hier liegt Deutschland mit rund 157 Euro pro Bürger an der Spitze, gefolgt von Irland mit 130 Euro. Auch wenn Österreich in dieser speziellen Rangliste nicht mehr unter den Top 5 ist, bleibt die Gesamtbelastung für das Land enorm.

Wer profitiert am meisten?

Auf der anderen Seite der Medaille stehen die Nettoempfänger. Am meisten profitiert laut der IW-Studie Griechenland mit 3,5 Milliarden Euro, knapp vor Polen (2,9 Milliarden Euro) und Rumänien (2,7 Milliarden Euro). Berücksichtigt man auch den Wiederaufbaufonds, führt Lettland die Rangliste der Empfänger mit großem Abstand an. Das Land erhält Zahlungen in Höhe von 3,12 Prozent seiner Wirtschaftsleistung.

Wirtschaftskrise verschiebt die Gewichte

Die schwächelnde Konjunktur in den großen Mitgliedsstaaten wie Deutschland und Frankreich hinterlässt Spuren im EU-Haushalt. „Deutschland und Frankreich sind die Sorgenkinder der EU“, zitiert Reuters die IW-Expertin Samina Sultan. Ihre wirtschaftlichen Probleme führen zu sinkenden Beiträgen. Dies könnte bedeuten, dass die finanziellen Lasten innerhalb der Union neu verteilt werden und andere Länder stärker zur Kasse gebeten werden.

Die EU-Kommission selbst veröffentlicht aus politischen Gründen seit 2020 keine eigene Statistik mehr über Nettozahler und -empfänger. Das Institut der deutschen Wirtschaft betont jedoch, dass die Berechnung aus Transparenzgründen wichtig sei, auch wenn sich die Vorteile der EU-Mitgliedschaft nicht allein auf diese Zahlen reduzieren lassen.

Quellen: oe24.at, IW Köln
Credits: APA

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