ÖGB fordert: Superreiche sollen endlich zahlen!

ÖGB fordert: Superreiche sollen endlich zahlen!

Wien – Der Österreichische Gewerkschaftsbund (ÖGB) schlägt Alarm: Während Arbeitnehmer den Großteil der Steuerlast tragen, zahlen die Superreichen so gut wie nichts. Jetzt fordert der ÖGB eine radikale Wende – mit Vermögens- und Erbschaftssteuern!

Österreich im OECD-Vergleich: Schlusslicht bei Vermögenssteuern

Wie der ÖGB unter Berufung auf OECD-Daten berichtet, machen vermögensbezogene Steuern in Österreich nur 0,98 Prozent der gesamten Steuereinnahmen aus. Damit liegt das Land auf dem viertletzten Platz unter den OECD-Staaten. Zum Vergleich: Der OECD-Durchschnitt liegt bei 4,9 Prozent. „Das ist ein Skandal!“, so ÖGB-Präsident Wolfgang Katzian im ORF-Report.

Milliarden bleiben ungenutzt

Laut Berechnungen des ÖGB könnten durch die Einführung von Vermögens- und Erbschaftssteuern jährlich zwischen 8,3 und 9,2 Milliarden Euro zusätzlich eingenommen werden. „Das ist genau der Betrag, den der Fiskalrat als Einsparungsbedarf bis 2028 prognostiziert“, erklärt Katzian. Dieses Geld könnte in Bildung, Pflege und leistbares Wohnen investiert werden.

Erbschaften: 800 Milliarden Euro steuerfrei!

In den nächsten 25 Jahren werden in Österreich rund 800 Milliarden Euro vererbt – fast komplett steuerfrei. Laut dem Momentum-Institut besitzen die reichsten 100 Familien des Landes zusammen 205 Milliarden Euro. „Es kann nicht sein, dass diese Vermögen von Generation zu Generation weitergegeben werden, ohne dass der Staat auch nur einen Cent sieht“, kritisiert der ÖGB.

Keine Belastung für die breite Masse

Eine Erhöhung der Grundsteuer, die auch Mieter treffen würde, lehnt der ÖGB ab. „Wir wollen die Reichen zur Kasse bitten, nicht die arbeitende Bevölkerung“, betont Katzian. Der Gewerkschaftsbund fordert stattdessen gezielte Steuern auf große Vermögen und Erbschaften.

Katzian: „Es ist mir wurscht, was im Regierungsprogramm steht!“

Trotz Widerstand von ÖVP und Neos bleibt der ÖGB-Präsident kämpferisch: „Ich bin Gewerkschaftspräsident, nicht Regierungsmitglied. Es ist mir wurscht, was im Regierungsprogramm steht. Wir brauchen endlich Steuergerechtigkeit!“ Katzian fordert auch, dass Profiteure der digitalen Transformation stärker zur Finanzierung des Sozialsystems beitragen.


Quellen: oe24.atORFÖGB
Credits: APA

Teilen:
0 0 Abgegebene Stimmen
Artikel Bewertung
Abonnieren
Benachrichtigung von
guest

0 Kommentare
Älteste
Neuestes Meistgewählt
0
Ich würde mich über Ihre Meinung freuen, bitte kommentieren Sie.x