Beim Wiener SPÖ-Parteitag wurden neben dem Ludwig-Jubel auch brisante Verkehrsanträge eingebracht. Der spektakulärste: Wer ein Parkpickerl will, soll künftig auch eine Öffi-Jahreskarte vorweisen müssen.
Parkpickerl nur noch mit Jahreskarte
Die Bezirksorganisation Alsergrund brachte beim Wiener SPÖ-Landesparteitag einen Antrag ein, der es in sich hat. Wie oe24 berichtete, soll das Parkpickerl künftig an eine gültige Öffi-Jahreskarte gekoppelt werden. Die Begründung im Antrag ist klar politisch: Die Preisgestaltung im Verkehr sei „keine ökonomische, sondern eine hochpolitische Frage.“ Wer mit dem Auto in Wien parken will, soll dem Antrag zufolge also zuerst beweisen, dass er öffentliche Verkehrsmittel nutzt – oder zumindest nutzen kann.
Dazu soll der Grundpreis für das Parkpickerl auf mindestens 20 Euro pro Monat steigen und alle fünf Jahre automatisch an die Inflation angepasst werden. Derzeit kostet das Wiener Parkpickerl je nach Bezirk zwischen 105 und 120 Euro pro Jahr – also rund 9 bis 10 Euro monatlich.
SUVs sollen mehr zahlen
Ein weiterer Antrag aus dem Bezirk Meidling zielt auf größere Fahrzeuge ab. Wie oe24 berichtete, lautet das Prinzip dahinter schlicht: „Je größer und je mehr, desto teurer.“ SUVs und Fahrzeuge mit hohem Platzbedarf sollen künftig höhere Parkgebühren entrichten als kleinere Autos. Konkrete Staffelungen wurden im Antrag nicht genannt.
Günstigere Öffis für alle
Gleichzeitig fordert die SPÖ-Basis eine Senkung der Öffi-Tarife. Wie oe24 berichtete, soll die Wiener Jahreskarte wieder auf 365 Euro gesenkt werden – aktuell kostet sie 396 Euro. Zusätzlich wird eine ermäßigte Jahreskarte um 200 Euro sowie günstigere Einzelfahrscheine gefordert.
Keine Stadtregierungs-Beschlüsse – Diskussion geht weiter
Die eingebrachten Anträge sind keine fertigen Stadtregierungsprogramme, sondern Basisvorschläge. Wie oe24 berichtete, soll sich der Gemeinderatsklub der SPÖ Wien nun mit den Ideen befassen. Ob und in welcher Form die Vorschläge umgesetzt werden, bleibt offen. Politisch sprengstoffreich sind sie allemal: Eine Öffi-Pflicht als Voraussetzung fürs Parken wäre eine der radikalsten Verkehrsreformen, die Wien je gesehen hätte.
Credits: APA
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