Nur 35 Prozent zufrieden: Österreichs Politik in der Vertrauenskrise

Nur 35 Prozent zufrieden: Österreichs Politik in der Vertrauenskrise

Die Unzufriedenheit mit dem politischen System in Österreich erreicht einen neuen Tiefpunkt. Laut dem aktuellen Demokratie Monitor des Instituts Foresight, präsentiert von Martina Zandonella, sind nur noch 35 Prozent der Bevölkerung der Meinung, dass das politische System gut funktioniert. Ein dramatischer Rückgang, wenn man bedenkt, dass 2018 noch 64 Prozent diese Ansicht teilten.

Teuerung und fehlende Repräsentation als Hauptgründe

Die Gründe für diese Entwicklung sind vielfältig, doch zwei Themen stechen besonders hervor: die Teuerung und das Gefühl, nicht ausreichend repräsentiert zu werden. Wie Zandonella erklärt, fühlen sich vor allem Menschen mit geringerem Einkommen von der Politik im Stich gelassen. Nur 19 Prozent der Befragten im untersten Einkommensdrittel glauben, dass das System gut funktioniert – ein Rückgang von 49 Prozent im Jahr 2018. Besonders betroffen sind sie von den steigenden Lebenshaltungskosten: 79 Prozent dieser Gruppe gaben an, beim Lebensmitteleinkauf sparen zu müssen.

Vertrauen in Institutionen schwindet

Auch das Vertrauen in politische Institutionen und Akteure ist stark gesunken. Während 2018 noch 58 Prozent dem Bundespräsidenten vertrauten, sind es heute nur noch 48 Prozent. Ähnlich sieht es beim Parlament (41 Prozent) und der Bundesregierung (32 Prozent) aus. Im Gegensatz dazu genießen Polizei, Gerichte und Verwaltung weiterhin hohe Vertrauenswerte, die sich seit 2018 kaum verändert haben.

Teuerung bleibt Top-Thema

Die Teuerung ist das dominierende politische Anliegen der Österreicher. 35 Prozent der Befragten nannten sie als ihr wichtigstes Thema, insbesondere die hohen Kosten für Lebensmittel, Energie und Wohnen. Weitere zentrale Themen sind Verteilungsfragen (23 Prozent), Zuwanderung (18 Prozent) und Klima sowie Nachhaltigkeit (7 Prozent).

Demokratie bleibt stabil

Trotz der Unzufriedenheit mit dem politischen System bleibt die Demokratie als Staatsform unangefochten. 89 Prozent der Befragten halten sie für die beste Regierungsform. Allerdings wünschen sich 20 Prozent einen „starken Führer“, was laut Zandonella zeigt, dass es beim demokratischen Bewusstsein noch Luft nach oben gibt.

Quellen: oe24.at, Foresight
Credits: APA

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