Nord Stream: Hat Selenskyj den Anschlag persönlich genehmigt?

Nord Stream: Hat Selenskyj den Anschlag persönlich genehmigt?

Ein Investigativjournalist des Wall Street Journal sorgt mit vier Jahren Recherche für Aufsehen – und erhebt schwere Vorwürfe gegen den ukrainischen Präsidenten. Die Reaktionen sind gespalten.

Brisante Aussagen bei Markus Lanz

Wie die Weltwoche und die Junge Freiheit übereinstimmend berichten, sagte der Wall-Street-Journal-Korrespondent Bojan Pancevski in der ZDF-Sendung „Markus Lanz“ vom 16. April 2026, Selenskyj habe den Sprengstoffanschlag auf die Nord-Stream-Pipelines persönlich genehmigt. Pancevski stützt diese Einschätzung auf Zeugen aus dem Umfeld des ukrainischen Präsidenten. Wörtlich erklärte er: „Laut Saluschnyj und seinen Leuten hat Selenskyj das genehmigt.“

Wie unzensuriert.at berichtet, hat Pancevski vier Jahre lang für sein Buch zu diesem Thema recherchiert. Demnach soll Selenskyj später versucht haben, die Operation abzublasen – doch zu diesem Zeitpunkt sei es bereits zu spät gewesen.

Der Auslöser: Eine betrunkene Nacht auf einer Yacht

Wie unzensuriert.at weiter berichtet, geht Pancevskis Spur auf eine betrunkene Nacht auf einer gemieteten Yacht zurück – ein zufälliger Ausgangspunkt, der ihn letztlich zu den mutmaßlichen Tätern führte. Sein Buch arbeite minutiös den folgenreichsten Sabotage-Akt der modernen Geschichte auf. Was im September 2022 auf dem Grund der Ostsee explodierte, waren die größten Offshore-Pipelines der Welt – mit einer Energie, die laut Pancevski der Kraft von mehr als 70 Atomkraftwerken entspreche.

Wie das ZDF berichtet, war neben Pancevski auch der ehemalige Kanzleramtschef Wolfgang Schmidt zu Gast – als engster Vertrauter von Ex-Kanzler Olaf Scholz. Sein Auftritt soll laut Junge Freiheit vor allem dazu gedient haben, die Informationspolitik der Scholz-Regierung zu vernebeln.

CIA wusste – und griff ein

Pikant an Pancevskis Darstellung: Laut seinen Recherchen habe der US-Geheimdienst CIA Selenskyj gedrängt, die Zustimmung zur Operation zurückzuziehen. Wie das Wall Street Journal bereits im August 2024 berichtet hatte, habe Selenskyj einem entsprechenden Plan zunächst zugestimmt – das ukrainische Präsidialamt wies damals wie heute sowohl eine Zustimmung als auch eine spätere Rücknahme zurück.

Gegendarstellung: Saluschnyj handelte auf eigene Faust

Nicht alle Recherchen kommen zu denselben Schlüssen. Wie die Weltwoche berichtet, vertreten die Autoren Oliver Schröm und Ulrich Thiele eine abweichende These: Demnach habe der damalige ukrainische Oberbefehlshaber Waleri Saluschnyj Selenskyj bewusst nicht in die Planung eingeweiht – der Präsident sei also nicht Auftraggeber, sondern Unwissender gewesen.

Die Wahrheit über Nord Stream bleibt damit weiterhin umstritten. Die Tatverdächtigen befinden sich laut unzensuriert.at derzeit in Kiew und Warschau auf freiem Fuß – einer sitzt in Hamburg in Untersuchungshaft. Die Ermittlungen laufen.

Credits: APA

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