Nicht schon wieder: Totaler Telefon-Ausfall in Spanien

Nicht schon wieder: Totaler Telefon-Ausfall in Spanien

Erneut ein massiver Infrastruktur-Ausfall in Spanien: Alle großen Mobilfunkanbieter des Landes waren zeitgleich betroffen, nur vier Wochen nach einem großflächigen Stromausfall, der weite Teile des Landes lahmgelegt hatte.

Laut dem Störungsportal Downdetector begannen die ersten Ausfälle am frühen Morgen gegen 5 Uhr. Betroffen waren unter anderem die Netzbetreiber Movistar, Orange, Vodafone, Digimobil und O2. Während einige Regionen – etwa Aragón an der Grenze zu Frankreich – ihre Notfall-Telefonleitungen mittlerweile wiederherstellen konnten, bestehen in anderen Teilen des Landes weiterhin erhebliche Störungen, berichtet die britische Zeitung Metro.

Telefónica als möglicher Ursprung

Spanische Medien berichten, dass vor allem Anbieter, die auf die Infrastruktur von Telefónica zurückgreifen, von den Ausfällen betroffen sind. Unternehmensnahe Quellen erklärten gegenüber der Zeitung El Correo, dass landesweite „Netzmodernisierungen“ durchgeführt worden seien, die „spezifische Dienste“ beeinträchtigt hätten.

Die Störungen betreffen sowohl Internet- als auch Mobilfunkdienste. Einige Vodafone-Kunden in Barcelona gaben jedoch an, dass ihr Service durchgehend funktionierte. Vodafone Spanien betreut derzeit über 13,5 Millionen Mobilfunknutzer.

Stromausfall im Vormonat

Der aktuelle Ausfall reiht sich ein in eine Serie von Infrastrukturschwächen. Ende des vergangenen Monats hatte ein landesweiter Stromausfall Spanien schwer getroffen. Der Blackout legte Bahnhöfe, Flughäfen, Ampeln und Tankstellen lahm. Hunderte Flüge verspäteten sich, der öffentliche Nahverkehr in Städten wie Barcelona kam zum Erliegen.

Ein britischer Auswanderer beschrieb die Situation damals gegenüber MailOnline als chaotisch: „Ohne Metro sind die Menschen völlig aufgeschmissen. Mopeds fahren durch Fahrradspuren, die Busse sind überfüllt – und alles ist still, unheimlich still, abgesehen vom Autolärm.“

Untersuchungen zu möglichem Sabotageakt

Nach dem Stromausfall hatte Spaniens oberstes Strafgericht, die Audiencia Nacional, eine Untersuchung eingeleitet, ob es sich um einen gezielten Sabotageakt gegen kritische Infrastruktur gehandelt haben könnte – womöglich sogar mit terroristischem Hintergrund. Eine eigens eingesetzte Kommission sollte den Vorfall untersuchen. Das nationale Stromnetzunternehmen schloss allerdings einen Cyberangriff offiziell aus.

In spanischen Medien wurde wiederholt auf frühere Warnungen verwiesen: Die schnelle Integration erneuerbarer Energien könne zu Instabilitäten im Stromnetz führen. Schwankungen in der Netzfrequenz gelten als mögliche Ursache für großflächige Stromausfälle – ein Risiko, das mit wachsender Einspeisung aus Wind- und Solaranlagen steigt.

Credit: APA

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