Eltern wünschen es sich seit Jahren, die Politik diskutiert es immer wieder — doch Bildungsminister Christoph Wiederkehr macht klar: An den österreichischen Sommerferien wird sich so schnell nichts ändern.
Die Ansage aus dem Ministerium
Wie oe24 berichtet, stellte Bildungsminister Christoph Wiederkehr (NEOS) unmissverständlich klar, dass es so schnell keine kürzeren Sommerferien geben wird. Aus seinem Büro hieß es gegenüber oe24 wörtlich: „Die Frage nach einer Verkürzung der Sommerferien stellt sich für uns derzeit nicht. Wir haben im Regierungsprogramm den Ausbau der Sommerschule fixiert. Damit ist sichergestellt, dass jene Kinder und Jugendlichen, die es brauchen, in den letzten beiden Ferienwochen Lerninhalte auffrischen können, um so einen Startvorteil im neuen Schuljahr zu haben.“
Neun Wochen, fix verankert
Neun Wochen dauern die Sommerferien in Österreich aktuell — und laut oe24 ist eine Verkürzung im Regierungsprogramm schlicht nicht vorgesehen. Die Sommerferien gelten damit politisch als nahezu unantastbar, auch wenn das Thema bei Eltern regelmäßig hochkocht.
Sommerschule statt kürzerer Ferien
Statt an der Ferienlänge zu rütteln, setzt die Regierung auf den Ausbau der Sommerschule. Diese richtet sich vor allem an Kinder mit Sprachförderbedarf: Mit Sommer 2026 wurde eine Gruppe von Schülerinnen und Schülern gesetzlich verpflichtet, in den letzten beiden Ferienwochen an einer Sommerschule mit Deutschunterricht teilzunehmen, wie der Nationalrat in einer Aussendung des Parlaments festhielt. Hintergrund ist, dass die Zahl der Kinder und Jugendlichen, die die deutsche Sprache nicht oder nicht ausreichend beherrschen, in den vergangenen Jahren stark gestiegen ist — im Schuljahr 2024/25 hatten österreichweit rund 48.000 Schülerinnen und Schüler in Pflichtschulen einen außerordentlichen Status, wie das Parlament in seinen Erläuterungen zum Gesetzesentwurf darlegte. Wie oe24 ergänzt, ist die Teilnahme für Lehrer freiwillig, eine Verpflichtung dazu gibt es nicht. Parlament ÖsterreichParlament Österreich
Einzelne Bundesländer gehen eigene Wege
Während der Bund bei der Ferienlänge nicht rüttelt, schaffen einzelne Bundesländer eigene Betreuungsangebote für die Sommermonate. Laut oe24 bieten etwa Wien mit den Summer City Camps und das Burgenland bereits jetzt zusätzliche Programme an, um Eltern in den langen Wochen zu entlasten.
EINORDNUNG DER REDAKTION
Die Absage Wiederkehrs überrascht wenig: Eine Verkürzung der Sommerferien würde tief in gewachsene Strukturen eingreifen — von der Tourismusbranche bis zur Betreuungsplanung der Familien — und ist in keinem Koalitionspapier verankert. Bemerkenswert ist eher, wie die Regierung das Anliegen der Eltern umlenkt: Statt über kürzere Ferien zu reden, wird die Sommerschule als Antwort präsentiert. Das löst freilich ein anderes Problem als jenes, das viele Eltern eigentlich umtreibt — nämlich die Betreuung in den Ferienwochen, nicht die Sprachförderung einzelner Schülergruppen. Wer auf kürzere Ferien gehofft hat, wird sich also weiterhin mit Wiens Summer City Camps oder ähnlichen Länderlösungen behelfen müssen.
Credits: Andy Wenzel
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