Der ÖVP-Wirtschaftsbund hat aufgeräumt. Mit der offiziellen Wahl von Martha Schultz zur Präsidentin schließt die bedeutende Teilorganisation der Volkspartei das turbulente Kapitel Mahrer — und setzt gleichzeitig auf eine schlankere Struktur.
Schultz macht den Schritt vom Interimismus zur vollen Amtsträgerin
Am Freitag, dem 17. April 2026, wählte die 22. Generalversammlung des Wirtschaftsbundes Martha Schultz offiziell zur Nachfolgerin von Harald Mahrer. Die Tiroler Unternehmerin und Touristikerin war bisher nur geschäftsführend eingesetzt — wie OE24 und die Salzburger Nachrichten berichten, war die Generalversammlung eigentlich erst für 2027 vorgesehen und wurde eigens vorgezogen, um Schultz rasch in ihr volles Mandat zu heben.
Die Veranstaltung fand unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt. Medienvertreter hatten keinen Zutritt, lediglich ein YouTube-Livestream wurde angeboten — der während des Wahlgangs selbst unterbrochen wurde. Reden hielten Wirtschaftsminister Wolfgang Hattmannsdorfer (ÖVP) und die neue Bundeschefin selbst.
Schultz ist übrigens keine Unbekannte: Sie ist Trägerin des Großen Goldenen Ehrenzeichens für Verdienste um die Republik Österreich und war mehrfach „Tirolerin des Jahres“. Seit November 2025 führt sie bereits die Wirtschaftskammer (WKÖ), in der der Wirtschaftsbund absolut regiert, wie Wikipedia festhält.
Mahrer stolperte über Gehaltsaffäre
Dass es überhaupt zu diesem Personalwechsel kam, hat einen unrühmlichen Vorläufer. Wie news.at berichtet, war Mahrer über Gehaltsthematiken in der Kammer und eine missglückte Kommunikation dazu gestolpert und musste vorzeitig zurücktreten. Ob Mahrer bei der Generalversammlung persönlich erschienen ist, blieb bis zuletzt offen — eine Einladung hatte er laut APA erhalten.
Vorstand wird radikal verschlankt
Parallel zur Wahl Schultz‘ wurde auch eine strukturelle Reform beschlossen: Die Zahl der stellvertretenden Vorsitzenden wird von fünf auf zwei reduziert. Wie OE24 berichtet, verlieren damit die bisherigen Vizepräsidenten Walter Ruck (Wien, zuletzt mit Postenschachervorwürfen konfrontiert), Josef Herk (Steiermark), Peter Buchmüller (Salzburg), Doris Hummer (Oberösterreich) und Wolfgang Ecker (Niederösterreich) ihre Positionen. Künftig rücken nur noch Finanzstaatssekretärin Barbara Eibinger-Miedl (ÖVP) und Burgenlands Kammerpräsident Andreas Wirth in den Vorstand auf.
Auch auf Ebene der Generalsekretärin ist die Erneuerung vollzogen: Seit Jänner führt ÖVP-Nationalratsabgeordnete Tanja Graf als Generalsekretärin die Geschäfte — die erste Frau in dieser Funktion. Sie folgte auf Parlamentarier Kurt Egger. Stellvertretender Generalsekretär bleibt ÖGK-Verwaltungsratschef Peter McDonald.
Credits: APA
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