Neuer Lockdown-Alarm? EU fordert drastischen Verzicht wegen Iran-Krieg

Neuer Lockdown-Alarm? EU fordert drastischen Verzicht wegen Iran-Krieg

Müssen wir bald wieder alle ins Homeoffice und das Auto in der Garage stehen lassen? Die Pläne aus Brüssel erinnern stark an die dunklen Corona-Tage. Wegen des eskalierenden Krieges im Nahen Osten explodieren die Energiepreise. Öl und Gas sind bereits um bis zu 70 Prozent teurer geworden. Nun zieht die EU die Reißleine und stimmt uns auf harte Einschnitte ein.

Die Lage ist extrem ernst

Der Konflikt rund um den Iran trifft Europas empfindlichsten Nerv. Weil wichtige Energieanlagen und die Schifffahrt durch die Straße von Hormus attackiert werden, fehlt der Nachschub. Brüssel ruft uns Bürger nun auf, sofort gegenzusteuern. Wir sollen weniger fliegen, Fahrgemeinschaften bilden, das Tempo auf den Straßen drosseln und wieder verstärkt von zu Hause aus arbeiten. Wie EU-Energiekommissar Dan Jørgensen berichtet, befinden wir uns in einer „sehr ernsten Lage“. Selbst wenn der Krieg morgen enden sollte, gibt es vorerst kein Zurück zur Normalität.

Der große Engpass im April

Besonders beim Sprit wird es jetzt richtig eng. Wie die Internationale Energieagentur (IEA) unter der Leitung von Fatih Birol berichtet, trifft der Ausfall Europa wohl schon ab April mit voller Wucht. Seit Kriegsbeginn sind bereits mehr als 12 Millionen Barrel Öl vom Markt verschwunden. Birol warnt eindringlich vor einer historischen Störung, die vor allem Diesel und Kerosin betrifft. Die Folgen für uns alle: Die Inflation steigt weiter und das Wirtschaftswachstum bricht ein.

Flugtickets werden zum Luxus

Wer für den Sommer einen günstigen Urlaub geplant hat, muss jetzt stark sein. Europas größte Billigfluglinie Ryanair schlägt ebenfalls Alarm. Wie Konzernchef Michael O’Leary berichtet, gerät die Kerosinversorgung in Europa ab Mai massiv ins Wanken. Wenn die Straße von Hormus blockiert bleibt, könnten im Mai und Juni bis zu 25 Prozent der Treibstoffversorgung für Ryanair fehlen. Flüge werden damit nicht nur seltener, sondern vor allem extrem teuer.

Wirtschaft und Finanzwelt unter Druck

Die Krise frisst sich gnadenlos durch alle Bereiche. Wie die Bank of England berichtet, drohen durch diesen enormen Angebotsschock große Gefahren für das gesamte Finanzsystem. Die Zinsen klettern weiter nach oben, während Unternehmen mit explodierenden Produktionskosten und massiv gestörten Lieferketten kämpfen.

Um die Industrie vor dem totalen Absturz zu bewahren, rudert Brüssel nun sogar beim eigenen Klimaschutz zurück. Die EU-Kommission plant, den Emissionshandel (ETS) aufzuweichen. Angeschlagene Betriebe sollen mehr Gratis-Zertifikate für den CO2-Ausstoß erhalten.

Noch gibt es keine offiziellen Verbote. Doch die Signale aus Brüssel zeigen klar in eine Richtung: Wir müssen uns auf harte Zeiten, hohe Preise und massive Einschränkungen in unserem Alltag einstellen.

Quellen: EU-Kommission, Dan Jørgensen, Internationale Energieagentur (IEA), Fatih Birol, Ryanair, Michael O’Leary, Bank of England, Bloomberg, The Aviation Hub
Credits: APA

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