Mega-Wende im Fall der gesprengten Nord-Stream-Pipelines! Italiens oberstes Gericht hat entschieden: Der Ukrainer, der als einer der Hauptverdächtigen hinter dem Sabotageakt gilt, darf an Deutschland ausgeliefert werden. Damit kommt nach über drei Jahren endlich neue Bewegung in einen der spektakulärsten Polit-Krimis der letzten Jahre.
Festnahme im Italien-Urlaub
Die Festnahme selbst liest sich wie das Drehbuch eines Spionage-Thrillers. Im Sommer dieses Jahres klickten für den Mann die Handschellen – und das ausgerechnet während eines Urlaubs in Rimini, wo er mit seiner Frau und seinen Kindern die Sonne genießen wollte. Wie oe24.at berichtet, wurde er auf Grundlage eines europäischen Haftbefehls festgenommen und sitzt seitdem in einem Hochsicherheitsgefängnis in Ferrara in Untersuchungshaft. Er hatte offenbar nicht damit gerechnet, dass ihm der Aufenthalt in Italien zum Verhängnis werden könnte.
Die deutschen Behörden werfen dem Ukrainer laut Berichten gemeinschaftliches Herbeiführen einer Sprengstoffexplosion und verfassungsfeindliche Sabotage vor. Er soll nun in Deutschland vor Gericht gestellt werden. Sein Anwalt, Nicola Canestrini, bestätigte gegenüber Medien, dass die Übergabe an die deutsche Polizei in den nächsten Tagen erfolgen wird.
Was geschah im September 2022?
Rückblick: Im September 2022, ein halbes Jahr nach dem Beginn des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine, erschütterten mehrere Explosionen die Ostsee. Die Detonationen nahe der dänischen Insel Bornholm rissen gewaltige Löcher in die Gasleitungen Nord Stream 1 und 2, die für den Transport von russischem Gas nach Deutschland gebaut wurden. Riesige Mengen Methan traten aus und brodelten an die Wasseroberfläche. Schnell war klar: Das war kein Unfall, das war Sabotage. Doch wer steckt dahinter? Die Spurensuche gestaltete sich als extrem schwierig und führte Ermittler in verschiedene Richtungen.
Anwalt kämpft weiter und hofft auf Freispruch
Obwohl das oberste Gericht in Rom nun grünes Licht für die Auslieferung gab, ist der Fall für die Verteidigung noch lange nicht abgeschlossen. Der Anwalt des Beschuldigten kündigte an, den Kampf für seinen Mandanten in Deutschland fortzusetzen. „Der Kampf für die Rechte und für den Rechtsstaat ist damit keineswegs beendet“, erklärte er. Er sei zuversichtlich, dass sein Mandant nach der Hauptverhandlung in Deutschland freigesprochen wird, sobald man endlich vollständigen Zugang zu den Akten erhalte, der bisher verweigert worden sei. Die Auslieferung könnte nun endlich mehr Licht in das Dunkel des Pipeline-Anschlags bringen.
Credits: APA
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