Neue Studie: 41 Prozent der jungen Muslime stellen islamische Gebote über das staatliche Recht

Neue Studie: 41 Prozent der jungen Muslime stellen islamische Gebote über das staatliche Recht

Ein neuer Forschungsbericht zeigt: Antidemokratische und gewaltaffine Einstellungen sind unter muslimischen Jugendlichen deutlich häufiger als in der Gesamtbevölkerung. Die Zahlen sind alarmierend — und verlangen eine präzise Einordnung.

Was die Studie zeigt

Wie Der Standard unter Berufung auf aktuelle Forschungsergebnisse berichtet, gaben in einer repräsentativen Befragung 41 Prozent der jungen Muslime an, islamische Gebote über die staatlichen Gesetze zu stellen. Das geht aus dem MOTRA-Monitor 2024/2025 hervor — einem wissenschaftlichen Langzeitprojekt zur Radikalisierungsforschung, das vom deutschen Bundesinnenministerium finanziert wird.

Die Zahlen gehen noch weiter: Laut unsere-grundrechte.de unter Berufung auf denselben Monitor zeigt fast jeder zweite in Deutschland lebende Muslim unter 40 Jahren entweder manifest islamistische (11,5 Prozent) oder latent islamismusaffine Einstellungen (33,6 Prozent). Zudem stimmt ein relevanter Anteil der Befragten der Aussage zu, für den Glauben zu sterben sei eine Pflicht — ein klares Indiz für religiösen Fundamentalismus, der weit über gelebte Frömmigkeit hinausgeht.

Wer wurde befragt — und wie

Methodische Sorgfalt ist bei solchen Zahlen entscheidend. Der MOTRA-Monitor 2024/2025 basiert auf einer repräsentativen Erhebung unter in Deutschland lebenden Muslimen unter 40 Jahren. Das unterscheidet ihn von früheren, oft zitierten Studien — etwa jenem niedersächsischen Schüler-Survey aus 2024, der auf 270 bis 308 Neuntklässlern basierte und damit keine repräsentativen Aussagen erlaubte, wie das Medium Schantall und Scharia damals zurecht kritisierte.

Der MOTRA-Monitor hingegen ist als wissenschaftliches Langzeitprojekt mit Repräsentativitätsanspruch angelegt. Seine Ergebnisse sind damit belastbarer — und erschreckender.

Was die Zahlen bedeuten — und was nicht

Eine wichtige Unterscheidung: Wer islamische Gebote persönlich über staatliche Gesetze stellt, ist nicht automatisch ein Verfassungsfeind oder Gewalttäter. Religiöse Überzeugung und bürgerliche Gesetzestreue schließen einander nicht aus — viele gläubige Menschen verschiedener Religionen empfinden ihre religiösen Verpflichtungen als höherrangig als staatliche Normen, verhalten sich aber dennoch rechtskonform.

Problematisch wird es dort, wo aus dieser Überzeugung aktive Ablehnung der Demokratie, Gewaltbereitschaft oder die Forderung nach einer theokratischen Staatsordnung folgt. Und genau in diesem Bereich zeigt der MOTRA-Monitor ebenfalls beunruhigende Werte — etwas mehr als jeder zehnte Befragte zeigt laut Studie manifest islamistische Einstellungen.

Wien als Spiegel einer gesamteuropäischen Entwicklung

Der Befund ist nicht auf Deutschland beschränkt. Wie Der Standard im selben Bericht festhält, sind muslimische Kinder an Wiens Pflichtschulen mit knapp 39 Prozent inzwischen die stärkste Glaubensgruppe geworden. FPÖ und ÖVP warnten bereits im Zusammenhang mit dieser Zahl vor patriarchalen Wertvorstellungen und Radikalisierung.

Die eigentliche politische Herausforderung liegt nicht in den Zahlen selbst — sie liegt in der Antwort darauf. Prävention, Deradikalisierung, Investitionen in Bildung und Integration kosten Zeit und Geld. Empörung ist billiger. Und in der aktuellen politischen Debatte deutlich häufiger.

Credits: APA

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