Neue Sitzordnung: Dengler jetzt direkt bei der FPÖ

Neue Sitzordnung: Dengler jetzt direkt bei der FPÖ

Zwei Monate nach seinem Rauswurf aus den NEOS hat der einstige Parteimitgründer Veit Dengler nun offiziell einen neuen Sitzplatz im Nationalrat zugewiesen bekommen. Sein neuer Platz liegt ausgerechnet in den Reihen der FPÖ.

Vom Gründungsmitglied zum wilden Abgeordneten

Dengler zählte einst zu den Gründern der NEOS, seine pinke Zeit ist inzwischen aber Geschichte. Auf Betreiben von Parteichefin Beate Meinl-Reisinger war er sowohl aus dem Parlamentsklub als auch aus der Partei geworfen worden. Der offizielle Grund: Dengler hatte eine vertrauliche Klubsitzung heimlich mit seinem Handy aufgenommen. Ausgelöst wurde der Konflikt allerdings durch etwas anderes – Dengler hatte zuvor bei der Budgetdebatte gegen die eigene Fraktion gestimmt, weil ihm die österreichische Parteienförderung viel zu hoch erschien. In der anschließend einberufenen, eigentlich vertraulichen Klubsitzung fiel dann auf, dass er mitschnitt. NEOS-Klubobmann Yannick Shetty sprach von einem „massiven Vertrauensbruch“ und nannte den Ausschluss „alternativlos“. Dengler selbst wehrte sich damals in mehreren Interviews scharf: Er habe die Sitzung wie ein „Tribunal“ erlebt, vergessen zu fragen, ob er mitschneiden dürfe, und die Aufnahme sofort gelöscht. Der Aufnahme-Vorwurf sei nur ein Vorwand gewesen, so sein Vorwurf – tatsächlich werde die Partei zunehmend „autoritär“ geführt.

Weiterhin im Parlament, aber ohne Klub

Sein Mandat verlor Dengler durch den Parteiausschluss nicht – im österreichischen Parlament gilt das freie Mandat, wonach Abgeordnete ihren Sitz auch ohne Parteizugehörigkeit behalten. Seither sitzt er als „wilder“ Abgeordneter im Nationalrat, ohne einem Klub anzugehören.

Neue Sitzordnung mit Sicherheitsabstand

Die konkrete Platzzuweisung im Plenarsaal regelt das Parlament selbst. Wie aus dem aktuellen Sitzplan hervorgeht, wurde für Dengler nun ein Platz in der letzten Reihe gefunden – direkt bei den Abgeordneten der FPÖ, wenn auch mit einem gewissen Sicherheitsabstand zu seinen neuen Sitznachbarn.

Ob die räumliche Nähe zur FPÖ auch politisch mehr als ein Zufall der Sitzordnung ist, bleibt bislang offen.

Credits: Parlamentsdirektion/​Thomas Topf

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