Politbarometer: Kickl uneinholbar vorn, Babler mit Negativrekord

Politbarometer: Kickl uneinholbar vorn, Babler mit Negativrekord

Zum Herbstauftakt liefert das aktuelle „Heute“-Politbarometer ein eindeutiges Bild: FPÖ-Chef Herbert Kickl bleibt mit großem Abstand der beliebteste Spitzenpolitiker des Landes, während Vizekanzler Andreas Babler einen historischen Negativwert einfährt.

Kickl mit bestem Wert aller Politiker

Für die Erhebung befragte das Institut „Unique Research“ 500 Österreicher ab 16 Jahren online, die maximale Schwankungsbreite liegt bei 4,4 Prozentpunkten. Kickl kommt demnach auf 32 Prozent positive Nennungen in den vergangenen 14 Tagen – der mit Abstand beste Wert unter allen abgefragten Politikern. Bei den negativen Nennungen konnte er sich gegenüber Juli sogar leicht verbessern, von 45 auf 43 Prozent. Mit einem Saldo von elf Prozentpunkten weist er unter allen fünf Parteichefs den besten Wert auf.

Auch die übrige Parteispitze polarisiert deutlich

Am wenigsten polarisierend unter den Parteichefs zeigt sich Grünen-Chefin Leonore Gewessler mit 19 Prozent positiven und 42 Prozent negativen Nennungen – nahezu unverändert gegenüber Juli. Bundeskanzler Christian Stocker (ÖVP) liegt bei den positiven Nennungen sowohl hinter Gewessler als auch hinter NEOS-Chefin und Außenministerin Beate Meinl-Reisinger zurück, die allerdings mit 48 Prozent Negativ-Nennungen auf einen besonders hohen Wert kommt.

Babler mit Rekordwert bei Ablehnung

Besonders deutlich fällt das Ergebnis für Babler aus: 53 Prozent der Befragten – und damit mehr als die Hälfte – gaben an, ihn zuletzt negativ wahrgenommen zu haben. Das ist der bisherige Rekordwert in dieser Kategorie. Positiv fiel er dagegen nur 15 Prozent der Befragten auf. Als möglichen Grund nennt „Heute“ den Umstand, dass sich zahlreiche seiner Ankündigungen aus der Zeit vor der Wahl bislang nicht erfüllt hätten, ergänzt um sein zuletzt umstrittenes Agieren rund um die ORF-Reform.

Marterbauer im Aufwind, Tanner verliert Spitzenplatz

Deutlich zulegen konnte hingegen Finanzminister Markus Marterbauer (SPÖ): Mit 21 Prozent positiven und 25 Prozent negativen Nennungen liegt er bereits auf Platz zwei des Rankings und weist im Saldo sogar den besten Wert aller Spitzenpolitiker auf. Verteidigungsministerin Klaudia Tanner rutschte im Gegenzug von Platz zwei auf Platz sechs ab und verlor damit ihren bisher alleinigen Status als bestbewertete ÖVP-Politikerin. Zu ihr aufgeschlossen hat Integrations- und Familienministerin Claudia Bauer (ÖVP) – wohl auch, weil ihr die Debatten um ein Verbot des politischen Islam sowie um das Kopftuchverbot in Schulen Punkte bei den Wählern eingebracht haben dürften. Unter die Top Ten vorgestoßen sind zudem Bildungsminister Christoph Wiederkehr (NEOS, von Platz 14 auf 7) und Innenminister Gerhard Karner (ÖVP, von Platz 12 auf 9).

Pröll bester Staatssekretär, Schellhorn weiter mit hohem Negativwert

Unter den Staatssekretären schneidet Alexander Pröll (ÖVP) mit elf Prozent positiven und 21 Prozent negativen Nennungen am besten ab und landet damit auf Platz 13 der Gesamtwertung. NEOS-Staatssekretär Sepp Schellhorn bleibt dagegen mit einem Drittel negativer Nennungen auffällig hoch belastet – gegenüber Juli bedeutet das immerhin eine leichte Verbesserung um sechs Prozentpunkte.

Totschnig trotz Themenpräsenz kaum wahrgenommen

Auf eine Auffälligkeit der Umfrage verweist Meinungsforscher Peter Hajek im Gespräch mit „Heute“: Umwelt- und Klimaminister Norbert Totschnig (ÖVP) ist zwei Dritteln der Befragten zuletzt gar nicht aufgefallen oder unbekannt geblieben. Das sei insofern bemerkenswert, so Hajek, als Totschnig zuletzt wegen der Dürrehilfen für Bauern und des geplanten Klimaschutzgesetzes politisch an vorderster Front gestanden habe.

Credits: BKA, Christoph Dunker

Teilen:
0 0 Abgegebene Stimmen
Artikel Bewertung
Abonnieren
Benachrichtigung von
guest

0 Kommentare
Älteste
Neuestes Meistgewählt
0
Ich würde mich über Ihre Meinung freuen, bitte kommentieren Sie.x