Das NEOS Lab wollte Transparenz in die ORF-Wahl bringen. Das Ergebnis der heutigen Veranstaltung im Wiener Funkhaus: Mehr als die Hälfte der eingeladenen Kandidaten blieb fern.
Wer kam – und wer nicht
Wie heute.at berichtete, erschienen von den 13 Kandidaten, die die Ausschreibungskriterien für den ORF-Generaldirektorsposten erfüllen, lediglich fünf zum NEOS-Hearing im Wiener Funkhaus: APA-Chef Clemens Pig, Medienmanager Markus Breitenecker, HBO-Manager Johannes Larcher, ORF-Magazinchefin Lisa Totzauer sowie Petra Höfer. Acht Kandidaten sagten ab – darunter ORF-III-Chefin Kathrin Zierhut und exxpress-Chefin Eva Schütz bereits im Vorfeld. Zierhut knapp: „Stimmt, ich habe abgesagt.“ Schütz begründete ihre Absage gegenüber oe24 deutlicher: „Ich glaube, es wäre das völlig falsche Signal, so ein Hearing ausgerechnet im Rahmen einer Parteiveranstaltung abzuhalten.“
Das Paradox: Entpolitisierung per Parteiveranstaltung
Wie heute.at und oe24 berichteten, sind die NEOS die einzige Partei, die ein eigenes Hearing zur ORF-Wahl veranstaltete – obwohl sie öffentlich stets genau gegen diesen parteipolitischen Einfluss im ORF auftreten. Wie oe24 berichtete, reagierte der FPÖ-nominierte Stiftungsrat Peter Westenthaler scharf: „Ein wirklich unabhängiger Kandidat für den ORF-Chefposten kann niemals an einer Parteiveranstaltung teilnehmen. Damit macht er sich massiv unglaubwürdig.“ Auch der SPÖ-nahe Stiftungsratsvorsitzende Heinz Lederer hatte laut oe24 formuliert: „Wasser predigen, Wein trinken.“
NEOS-Mediensprecherin Henrike Brandstötter verteidigte das Hearing laut NEOS-Website als Beitrag zur Transparenz: „Der ORF ist eine zentrale demokratische Institution in Österreich. Gerade deshalb braucht es Transparenz, öffentliche Debatten und nachvollziehbare Entscheidungsprozesse bei der Bestellung der ORF-Spitze.“
Was das Hearing zeigt – und was danach kommt
Favorit Pig, der laut heute.at seinen APA-Vertrag bereits auflösen ließ und als Kandidat von Bundeskanzler Stocker gilt, nahm teil. Die Stiftungsratswahl findet am 11. Juni statt. Das öffentliche Hearing des Stiftungsrats selbst hatte bereits am 8. Juni auf ORF 3 stattgefunden.
Credits: BKA/Regina Aigner
Neueste Kommentare