NEOS bei 6 Prozent: Die Grünen sind jetzt mehr als doppelt so stark

NEOS bei 6 Prozent: Die Grünen sind jetzt mehr als doppelt so stark

Vor zwei Jahren lagen sie noch vor den Grünen, jetzt kommen sie nicht einmal auf die Hälfte: Die NEOS stecken laut aktueller Lazarsfeld-Umfrage für oe24 bei 6 Prozent fest. Für die kleinste Regierungspartei wird die Koalition damit zunehmend zur Belastungsprobe.

6 Prozent – zum zweiten Mal in Folge

In der aktuellen Erhebung, für die von 14. bis 22. September 2.000 Personen befragt wurden, kommen die NEOS auf 6 Prozent. Die Grünen liegen bei 13 Prozent – und damit mehr als doppelt so hoch. Ein Ausrutscher ist das nicht: Bereits in der Vorwoche hatte Lazarsfeld die NEOS bei 6 und die Grünen bei 13 Prozent gesehen, wie oe24 damals unter dem Titel „Jetzt rutschen auch NEOS in eine Krise“ berichtete. Einzuordnen ist das mit Blick auf die maximale Schwankungsbreite von 2,2 Prozentpunkten: Ganz exakt lässt sich das Verhältnis nicht festmachen, der deutliche Abstand zu den Grünen bleibt aber klar erkennbar.

Die Rollen haben sich umgedreht

Besonders bitter ist für die Pinken der Vergleich mit der Nationalratswahl 2024. Damals erreichten die NEOS 9,1 Prozent und lagen knapp vor den Grünen mit 8,2 Prozent. Die Grünen, damals als Regierungspartei abgestraft, profitieren heute offenbar von ihrer Oppositionsrolle, während der klassische Regierungsmalus nun die NEOS trifft. Parteichefin Leonore Gewessler kommt in der Kanzlerfrage laut Lazarsfeld inzwischen auf 8 Prozent und hat damit sogar Vizekanzler Andreas Babler eingeholt.

Meinl-Reisinger mit hohen Negativwerten

Auch beim Personal läuft es für die NEOS nicht rund. Im „Heute“-Politbarometer von Unique Research gaben 48 Prozent der Befragten an, Parteichefin und Außenministerin Beate Meinl-Reisinger sei ihnen zuletzt negativ aufgefallen. Staatssekretär Josef Schellhorn, das Gesicht der pinken Deregulierungsagenda, kam dort auf ein Drittel negative Nennungen.

Eine schwierige Bilanz nach eineinhalb Jahren

Die Ursachen lassen sich aus der Umfrage allein nicht ablesen. Auffällig ist aber, dass die zentralen NEOS-Themen zuletzt vor allem mit Verzögerungen in den Schlagzeilen waren: Schellhorns Entbürokratisierungspaket kommt nur schleppend voran, Bildungsminister Christoph Wiederkehr musste seinen Schulversuch zur sechsjährigen Volksschule ohne Abstimmung mit den Koalitionspartnern starten. Dazu kamen interne Turbulenzen wie der Rauswurf des Abgeordneten Veit Dengler im Sommer.

Die Koalition insgesamt ohne Mehrheit

Für die Dreierkoalition insgesamt sieht es nicht besser aus. ÖVP (21 Prozent), SPÖ (15 Prozent) und NEOS kämen laut Hochrechnung zusammen nur noch auf 79 Mandate, für eine Mehrheit braucht es 92. Klar vorne liegt die FPÖ mit 38 Prozent. Die KPÖ würde mit 4 Prozent den Einzug in den Nationalrat schaffen.

Credits: BKA-Tarek Wilde

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