Der ehemalige Bundeskanzler Karl Nehammer wagt sich wieder ins Rampenlicht. Für sein Comeback wählt er eine ungewöhnliche Bühne: den Podcast des Wiener Wochenmagazins Falter. Im direkten Gespräch mit Chefredakteur Florian Klenk redet der Ex-Kanzler Klartext. Es geht um brennende internationale Krisen, seine heftig kritisierte Reise nach Moskau und seinen brandneuen Top-Job in der europäischen Finanzwelt.
Auge in Auge mit Putin
Wenn Nehammer auf die globale Weltlage blickt, wählt er seine Worte bedacht. Wie das Portal exxpress.at berichtet, weigert sich der Ex-Kanzler standhaft, von „Angst“ zu sprechen. Vielmehr treibe ihn die „Sorge“ um Europa um, das durch den Krieg in der Ukraine und die Spannungen im Nahen Osten massiv unter Druck steht.
Besonders brisant wird es, als Klenk ihn auf seine Reise zu Kreml-Chef Wladimir Putin anspricht. Nehammer verteidigt diesen Schritt vehement. Ein Konflikt lasse sich nur dann beenden, wenn man miteinander spreche, rechtfertigt er sich im Podcast, wie der Falter berichtet. Er gibt aber auch unumwunden zu, dass ihm früh klar gewesen sei, dass Putin seinen Kurs nicht ändern werde.
Abrechnung in der Innenpolitik
Doch Nehammer blickt nicht nur über die Grenzen Österreichs hinaus, sondern teilt auch in der heimischen Innenpolitik kräftig aus. Sein Hauptziel: die FPÖ und seine damaligen Kritiker. Niemand habe ihm damals geglaubt, dass er niemals eine Koalition mit Herbert Kickl eingehen würde, zitiert exxpress.at den ehemaligen Kanzler. Für Nehammer steht fest, dass das Wort eines Politikers wieder Gewicht haben muss. Genau aus diesem Grund habe er am Ende auch die persönlichen Konsequenzen gezogen. Er betont, dass man Wahlergebnisse als Demokrat schlichtweg akzeptieren müsse.
Ein lukrativer Karrieresprung in Europa
Während in Österreich noch über seine Amtszeit diskutiert wird, hat Nehammer längst einen neuen Karriereschritt gemacht. Und der hat es in sich. Wie die Europäische Investitionsbank offiziell bestätigt, sitzt Karl Nehammer seit dem 1. September 2025 als Vizepräsident fest im Sattel der EU-Institution. In seiner neuen Rolle jongliert er mit enormen Summen und verantwortet Finanzierungen für Technologie, digitale Wirtschaft, Nachhaltigkeit und den Wiederaufbau der Ukraine. Ein weicher Fall für den einstigen Regierungschef, der nun die Geschicke der europäischen Wirtschaft mitlenkt.
Quellen: exxpress.at, Falter, Europäische Investitionsbank
Credits: APA
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