NATO-Chef verteidigt Trump: „Ohne ihn würde Europa schlafen“

NATO-Chef verteidigt Trump: „Ohne ihn würde Europa schlafen“

Während europäische Regierungen über Donald Trumps Grönland-Drohungen alarmiert sind, springt ihm ausgerechnet NATO-Generalsekretär Mark Rutte zur Seite. Beim Weltwirtschaftsforum in Davos lobte der Niederländer den US-Präsidenten als unbequemen Wachrüttler, der Europa erst zur Verteidigung gezwungen habe. Die Aussagen lösen heftige Reaktionen aus.

Druck wirkt: Europa rüstet auf

„Ich verteidige jetzt Donald Trump, was mich nicht gerade beliebt macht“, sagte Rutte am Mittwoch bei einer Podiumsdiskussion in Davos, wie Fox News berichtet. Doch genau dieser Druck sei nötig gewesen: Europa hätte seine Verteidigungsbudgets niemals erhöht, wenn Trump nicht massiv Druck gemacht hätte. „Auf keinen Fall wäre das ohne Donald Trump passiert“, so Rutte laut Fox News.

Die NATO-Staaten einigten sich im Juni auf drastisch erhöhte Militärausgaben: Künftig sollen 3,5 Prozent des BIP für Verteidigung ausgegeben werden, zusätzlich 1,5 Prozent für andere Sicherheitsbereiche, wie die Weltwoche berichtet. Insgesamt also fünf Prozent – eine Verdoppelung des bisherigen Zwei-Prozent-Ziels, das ohnehin jahrelang verfehlt wurde.

„Europa muss endlich erwachsen werden“

Besonders deutlich wurde Rutte in seiner Einschätzung der europäischen Lage. Die massiven Ausgabensteigerungen seien notwendig, damit Europa und Kanada „in der Welt nach dem Kalten Krieg wirklich erwachsen werden“, wie nau.ch seine Aussage zitiert. Die Botschaft: Europa habe sich jahrzehntelang auf dem amerikanischen Sicherheitsschirm ausgeruht.

Dass viele NATO-Partner erst jetzt die Zwei-Prozent-Marke erreichen – ursprünglich bereits 2014 vereinbart – bestätigt Ruttes These, wie Fox News berichtet. Erst die russische Ukraine-Invasion und Trumps Drohung, säumige Verbündete nicht zu verteidigen, hätten die Wende gebracht.

Grönland-Deal als Friedensangebot

Parallel zu Ruttes Trump-Lob verkündete der US-Präsident eine Entspannung im Grönland-Streit. Nach einem Treffen mit dem NATO-Chef in Davos erklärte Trump, man habe einen „Rahmen für ein künftiges Abkommen“ zur Arktis-Sicherheit vereinbart, wie CNBC berichtet. Die angekündigten Strafzölle gegen europäische NATO-Partner würden deshalb nicht verhängt.

Details blieb Rutte schuldig. Gegenüber Fox News sprach er vage von „gemeinsamer Verteidigung der arktischen Region“ gegen russische und chinesische Ambitionen. Ob Grönland weiterhin zu Dänemark gehört? „Diese Frage kam nicht mehr auf“, wich Rutte aus, wie ABC News berichtet.

Von „Daddy“ und Schuhputzern

Nicht zum ersten Mal positioniert sich Rutte als Trump-Fürsprecher. Im Juni bezeichnete er den US-Präsidenten als „Daddy“ der NATO-Allianz, der „manchmal eine starke Sprache verwenden“ müsse, wie Fox News berichtet. Die Nähe zum Weißen Haus verschafft dem ehemaligen niederländischen Premier Einfluss – macht ihn in Europa aber zur umstrittenen Figur.

Während Rutte Trump hofiert, warnen andere vor den Konsequenzen. Dänemarks Ministerpräsidentin Mette Frederiksen erklärte laut Fox News, eine US-Annexion Grönlands bedeute „das Ende der NATO“. EU-Ratspräsident António Costa betonte laut Bloomberg, nur Dänemark und Grönland könnten über die Zukunft des Territoriums entscheiden – nicht Washington.

Kritik an Ruttes Haltung

Die Frage bleibt: Ist Ruttes Strategie klug oder unterwürfig? Kritiker werfen ihm vor, Trumps aggressive Rhetorik zu legitimieren und europäische Souveränität zu relativieren. Befürworter argumentieren, der NATO-Chef sichere durch Pragmatismus das transatlantische Bündnis. In Zeiten, da Trump offen mit NATO-Austritt droht, könnte Ruttes Schmeichelei der Preis für Stabilität sein.

Credits: APA

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