Gerade als die Wellen der Empörung über ein umstrittenes Urteil in Wien hochschlugen, erschüttert eine neue Enthüllung die Öffentlichkeit. Der Fall um sexuelle Handlungen mit einer Zwölfjährigen, der mit Freisprüchen für zehn junge Männer endete, nimmt eine düstere Wendung. Gegen einige der eben erst freigesprochenen Burschen wird bereits in einem neuen, erschreckend ähnlichen Fall ermittelt. Ganz Österreich blickt fassungslos auf ein Justizsystem, das selbst auf dem Prüfstand steht.
Neues Opfer, alte Bekannte?
Die Nachricht schlug ein wie eine Bombe: Wie die Staatsanwaltschaft Wien bestätigte, gibt es ein weiteres Ermittlungsverfahren. Es sollen Jugendliche bei einer weiteren Zwölfjährigen sexuell übergriffig geworden sein. Brisant dabei: Wie die OÖNachrichten weiter berichten, wird laut Anklagebehörde gegen mehrere Beschuldigte ermittelt, darunter teilweise Burschen, die erst vergangene Woche vor Gericht standen. Die Staatsanwaltschaft hält sich unter Verweis auf das laufende Verfahren bedeckt und gibt weder die genaue Zahl der Verdächtigen noch den konkreten Tatbestand bekannt. Doch die Information, dass es sich erneut um ein erst zwölfjähriges Mädchen handelt, schickt eine neue Schockwelle durch das Land.
Ein Urteil, das eine Nation spaltet
Der Zorn und das Unverständnis wurzeln in einer Gerichtsentscheidung vom vergangenen Freitag, die seither für hitzige Debatten sorgt. Zehn junge Männer wurden im Prozess um die sexuellen Handlungen mit der damals Zwölfjährigen nicht rechtskräftig freigesprochen. Für das Gericht lagen die Tatbestände der Verletzung der sexuellen Selbstbestimmung und der geschlechtlichen Nötigung nicht vor. Ein Urteil, das eine landesweite Diskussion über die Lücken im Sexualstrafrecht auslöste.
Als Reaktion auf den öffentlichen Aufschrei kündigte Justizministerin Anna Sporrer (SPÖ) bereits am Montag eine „Weiterentwicklung des Sexualstrafrechts“ an. Ihr erklärtes Ziel ist die Umsetzung des „Nur Ja heißt Ja“-Prinzips – ein Schritt, den viele längst für überfällig halten.
Die Staatsanwaltschaft Wien gibt sich mit den Freisprüchen nicht zufrieden. Sie hat auf Weisung des Ministeriums Nichtigkeitsbeschwerden eingebracht. Damit landet die Causa nun vor der höchsten Instanz: Der Oberste Gerichtshof (OGH) muss sich mit diesem emotional aufgeladenen Fall auseinandersetzen. Die Nation wartet auf eine Entscheidung, die das erschütterte Vertrauen in die Gerechtigkeit wiederherstellen kann.
Quelle: OÖNachrichten
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