Eine Woche nach dem angekündigten Rückzug von Andreas Babler auf Raten trifft sich der SPÖ-Parlamentsklub zu seiner Herbstklausur. Bis Dienstag beraten die Abgeordneten im südsteirischen Schloss Seggau über die Neuaufstellung der Partei. Die Umfragen, mit denen sie anreisen, machen die Aufgabe nicht leichter.
Drei Tage Südsteiermark
Die Klubtagung läuft von Sonntag bis Dienstag im Seminarhotel Schloss Seggau, wo im November 2025 auch die Landeshauptleutekonferenz stattfand, wie “Heute” berichtet. Einige Teilnehmer reisten bereits am Sonntag an, andere kommen erst am Montag. Der Termin wirkt wie eine kurzfristige Reaktion auf die Turbulenzen, stand laut “Heute” aber schon seit Jahresbeginn fest. Der rote Parlamentsklub hält jeden Herbst eine solche Tagung ab, im Vorjahr fand sie in Salzburg statt.
Neue Doppelrollen
Im Mittelpunkt steht das neue Führungsduo. Klubobmann Philip Kucher ist seit vergangener Woche zugleich geschäftsführender Parteivorsitzender, an seiner Seite steht Frauenministerin Eva-Maria Holzleitner als Co-Vorsitzende. Auch die SPÖ-Regierungsmitglieder haben sich angekündigt, darunter Noch-Vizekanzler Babler. Einige wollen laut “Heute” allerdings schon am Montag wieder abreisen. Inhaltlich soll es neben der Neuausrichtung um die Schwerpunkte der Regierungsarbeit im Herbst gehen, etwa den weiteren Kampf gegen die Teuerung.
Umfragen als Begleitmusik
Wie groß der Druck ist, zeigen mehrere neue Erhebungen. In einer IFDD-Umfrage für die “Kronen Zeitung” kommt die SPÖ nur noch auf 13 Prozent und liegt damit hinter den Grünen mit 14 Prozent. Die FPÖ erreicht 40 Prozent, die drei Regierungsparteien ÖVP (19), SPÖ (13) und NEOS (7) kommen zusammen auf 39 Prozent – und damit wie schon in der Lazarsfeld-Umfrage für oe24 auf weniger als die FPÖ allein.
Marterbauer als Hoffnungsträger
Auch der Wechsel an der Spitze verspricht laut Umfragen keinen raschen Aufschwung. In einer Blitzumfrage für “Heute” käme die SPÖ mit Finanzminister Markus Marterbauer als Spitzenkandidat auf 17 Prozent. “Mit Marterbauer an der Spitze dürfte die SPÖ ihren Abwärtstrend – im Vergleich zu anderen publizierten Umfragen mit SPÖ unter Babler – zumindest stoppen”, sagt Meinungsforscher Peter Hajek. Ob Marterbauer beim Parteitag im Frühling tatsächlich für den Vorsitz kandidiert, ist allerdings weiterhin offen.
Die offenen Fragen
Klärungsbedarf gibt es genug: wann genau Marterbauer das Vizekanzleramt übernimmt, ob Babler danach Minister bleibt und wer die Partei langfristig führt. Oberösterreichs SPÖ-Chef Martin Winkler hatte zuletzt erklärt, Babler bleibe nur “vorläufig” im Kabinett. Und von außen wächst der Druck: Burgenlands SPÖ-Klubchef Roland Fürst rechnet damit, dass die ÖVP die Koalition früher oder später platzen lässt. Die Klubtagung in Seggau ist damit vor allem ein Auftakt – für eine Neuaufstellung, deren Ausgang offen ist.
Credits: Parlamentsdirektion/Katie-Aileen Dempsey
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