Moskau stoppt Benzinexporte: Angriffe auf Raffinerien und Preisdruck erzwingen Notbremse

Moskau stoppt Benzinexporte: Angriffe auf Raffinerien und Preisdruck erzwingen Notbremse

Russland sperrt ab April den Benzinexport – ein Zeichen, wie stark Drohnenangriffe und Wirtschaftsdruck den Energiesektor treffen.

Die Anweisung aus dem Kreml

Am 27. März hat Russlands Vizepremier Alexander Nowak das Energieministerium angewiesen, ein vorübergehendes Exportverbot für Benzin auszuarbeiten. Wie kreisbote.de und die Weltwoche unter Berufung auf die russische Regierung berichten, soll das Verbot vom 1. April bis zum 31. Juli 2026 gelten – mit dem erklärten Ziel, die Inlandsversorgung zu sichern und steigende Preise zu bremsen. Nowak begründete den Schritt laut t-online ausdrücklich mit starken Preisschwankungen auf dem Weltmarkt infolge des Krieges im Nahen Osten.

Raffinerie in Jaroslawl unter Beschuss

Der Exportstopp kommt nicht aus dem Nichts. Ende März griffen ukrainische Drohnen die Ölraffinerie Slavneft-YANOS in der Region Jaroslawl an, eine der größten Russlands mit einer Jahreskapazität von rund 15 Millionen Tonnen Erdölprodukte. Wie t-online berichtet, bestätigte der Gouverneur der Region Explosionen und Brände – und teilte gleichzeitig mit, die Luftabwehr habe über 30 Drohnen abgeschossen. Russland sprach von weitgehend abgewehrten Angriffen, ukrainische OSINT-Analysten verbreiteten Aufnahmen von Feuer und Rauch auf dem Raffineriegelände.

Die Raffinerie liefert Benzin, Diesel und Kerosin – Produkte, die für die militärische Logistik des russischen Heeres von direkter Bedeutung sind. Das Angriffsziel ist damit kein Zufall, sondern Teil der erklärten ukrainischen Strategie, Russlands Energieinfrastruktur zu treffen.

Ein bekanntes Muster

Es ist nicht das erste Mal, dass Moskau zu diesem Mittel greift. Wie Weltwoche und kreisbote.de berichten, hatte Russland bereits im September 2025 Benzinexporte eingeschränkt, die Maßnahme aber Ende Januar 2026 für große Exporteure wieder gelockert. Seitdem sind die russischen Treibstoffpreise deutlich gestiegen – belastet durch Kriegskosten, Inflation und sinkende Realeinkommen der Bevölkerung.

Laut Reuters, zitiert von tkp.at, sind inzwischen rund 40 Prozent der russischen Ölexportkapazität beeinträchtigt – einschließlich der Folgen früherer Drohnenangriffe auf andere Raffinerien. Das russische Verteidigungsministerium erklärte in derselben Nacht, landesweit seien 155 ukrainische Drohnen abgefangen worden.

Doppelter Druck auf Moskaus Energiesektor

Der geplante Exportstopp ist damit Ausdruck eines doppelten Problems: innenpolitischer Preisdruck und wachsende Verwundbarkeit der Energieinfrastruktur durch ukrainische Angriffe. Beides zusammen zwingt Moskau, eine wichtige Einnahmequelle vorübergehend zu opfern – Benzinexporte sind für Russland ein bedeutender Devisenbringer.

Wie die Weltwoche festhält, ist das Exportverbot damit Teil einer Entwicklung, die den russischen Energiesektor langfristig unter Druck setzt: Je mehr Raffinerien getroffen werden, desto weniger Spielraum hat Moskau, gleichzeitig den Inlandsmarkt zu versorgen und Devisen durch Exporte zu erwirtschaften.


Quellen: Weltwoche (weltwoche.de), kreisbote.de/newsinfive.de (unter Berufung auf Merkur.de), t-online.de, tkp.at (unter Berufung auf Reuters)
Credits: APA

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