Vizekanzler Andreas Babler (SPÖ) hat im Sommergespräch mit krone.tv-Infochefin Katia Wagner klare Worte gefunden: Die FPÖ unter Herbert Kickl sei „radikal und gefährlich“. Eine Koalition mit den Blauen? Für Babler undenkbar.
„Orbanistan? Nicht mit uns!“
Andreas Babler ließ im Gespräch keinen Zweifel daran, wie er zur FPÖ steht. „Mit der FPÖ ist kein Staat zu machen“, betonte er und zog dabei eine klare Linie. Dass der Kärntner SPÖ-Politiker Daniel Fellner Gespräche mit der FPÖ nicht ausschließt, sieht Babler gelassen. „Das heißt nicht, dass er von einer Koalition spricht“, stellte er klar. Doch Babler ging noch weiter: „Wir wollen nicht Orbanistan werden“, ätzte er in Richtung der Blauen und spielte damit auf die autoritären Tendenzen in Ungarn an.
Kickl: „Angst vor Verantwortung“
Trotz der Umfragehochs der FPÖ beeindruckt Babler der Höhenflug von Herbert Kickl wenig. „Viele haben gesehen, dass er Angst hat, Verantwortung zu übernehmen“, erklärte der Vizekanzler. Seine Kritik an Kickl ist nicht neu: Bereits in der Vergangenheit bezeichnete er den FPÖ-Chef als „radikal und gefährlich“ – und steht weiterhin zu dieser Einschätzung.
Stolz auf SPÖ-Erfolge
Babler zeigte sich im Gespräch auch stolz auf die Errungenschaften der SPÖ in der aktuellen Regierung. Besonders die Mietpreisbremse hob er hervor: „Auf das bin ich stolz.“ Um eine schwarz-blaue Koalition zu verhindern, habe er sogar auf zentrale Forderungen wie die Vermögenssteuer verzichtet. Ein Opfer, das Babler offenbar gerne gebracht hat, um die FPÖ aus der Regierung zu halten.
Lebensmittelpreise im Fokus
Ein weiteres Thema, das Babler aufgriff, war die Preisentwicklung bei Lebensmitteln. Sollte die EU keine Lösungen finden, kündigte er nationale Maßnahmen wie einen Preisdeckel an. „Es gehört eine gewisse Dämpfung bei den Lebensmittelpreisen her“, erklärte er. Ein klares Signal, dass die SPÖ auch in wirtschaftlich schwierigen Zeiten für die Menschen da sein will.
Asylpolitik: „Ich werde das nicht verteidigen“
Auch die restriktive Migrationspolitik der ÖVP, dem Koalitionspartner der SPÖ, war Thema. Babler machte deutlich, dass er diese Linie nicht unterstützt: „Ich werde das nicht verteidigen, weil ich weiß, dass das schwierig ist.“ Gleichzeitig betonte er seinen Stolz auf die humanitären Leistungen Österreichs während der Flüchtlingskrise vor zehn Jahren. „Die Menschen, die Asyl bekommen, werden bleiben und sind ein Teil von Österreich“, so Babler.
Opernball: Vom Protest zur Gesellschaftskritik?
Ein kleiner Seitenhieb auf sich selbst durfte im Gespräch nicht fehlen: Babler, der in seiner Jugend gegen den Opernball protestierte, könnte als Minister für Kunst und Kultur nun selbst daran teilnehmen. Ob er hingeht, ließ er offen, doch eines ist sicher: „Sehr mahnende und auch mal sehr gesellschaftskritische Anmerkungen“ würde er sich nicht nehmen lassen.
Credits: APA
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