Mini-Wachstum und hohe Teuerung: Österreichs Wirtschaft im Krisenmodus

Mini-Wachstum und hohe Teuerung: Österreichs Wirtschaft im Krisenmodus

Die neuesten Prognosen der Wirtschaftsforscher von Wifo und IHS zeichnen ein düsteres Bild für Österreichs Wirtschaft. Während das Wachstum minimal anzieht, bleibt die Inflation hartnäckig hoch. Wie oe24.at berichtet, erwarten die Experten für das laufende Jahr ein Wirtschaftswachstum von gerade einmal 0,3 bis 0,4 Prozent. Damit wäre der längste Wirtschaftsabschwung der Zweiten Republik offiziell beendet – ein schwacher Trost für die Österreicher.

Inflation außer Kontrolle: Preise steigen weiter

Die Inflation bleibt das beherrschende Thema. Nach den Rekordwerten von 8,6 Prozent im Jahr 2022 und 7,8 Prozent im Jahr 2023 hatten viele auf eine Entspannung gehofft. Doch laut Wifo und IHS wird die Teuerung heuer bei 3,5 Prozent liegen – deutlich höher als ursprünglich erwartet. Besonders die Lebensmittelpreise haben zuletzt kräftig zugelegt, wie das IHS betont. Auch Dienstleistungen, die stark von Lohnkosten abhängen, treiben die Preise weiter in die Höhe.

Arbeitsmarkt: Lichtblick bleibt aus

Die wirtschaftliche Erholung lässt am Arbeitsmarkt auf sich warten. Für 2025 prognostizieren die Experten eine Arbeitslosenquote von über 7 Prozent. Laut Wifo und IHS wird die Quote erst im kommenden Jahr leicht auf 7,3 Prozent sinken. Der private Konsum stützt zwar die Konjunktur, doch der Warenaußenhandel bleibt rückläufig, wie das Wifo erklärt.

Budgetdefizit: Österreich verstößt gegen EU-Regeln

Auch die Staatsfinanzen geben Anlass zur Sorge. Das gesamtstaatliche Defizit wird laut Wifo und IHS bis 2030 nur langsam auf 3,7 Prozent sinken. Damit würde Österreich weiterhin gegen die Maastricht-Schuldenregeln der EU verstoßen. Besonders die Budgets der Länder und Gemeinden stehen unter Druck. Einsparungen wie die Streichung des Klimabonus sollen ab 2025 für Entlastung sorgen, so das IHS.

Mittelfristig schwächer als die Eurozone

Ein weiterer Wermutstropfen: Österreichs Wirtschaft wird mittelfristig langsamer wachsen als der Durchschnitt der Eurozone. Laut Wifo liegt das durchschnittliche BIP-Wachstum bis 2030 bei nur 1,1 Prozent pro Jahr – 0,2 Prozentpunkte weniger als im Euroraum.

Kein Grund zum Jubeln

Die Prognosen von Wifo und IHS lassen wenig Raum für Optimismus. Mini-Wachstum, hohe Inflation und ein stagnierender Arbeitsmarkt belasten die heimische Wirtschaft. Die kommenden Jahre werden zeigen, ob Österreich die Kurve kriegt – oder ob die Krise zur neuen Normalität wird.

Quelle: Wifo, IHS, oe24.at
Credits: APA

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