Ein teures Spiel auf Kosten der Allgemeinheit
Das sogenannte „Zwischenparken“ von Beschäftigten beim AMS sorgt für hitzige Diskussionen. Laut einer aktuellen Studie des Wirtschaftsforschungsinstituts (WIFO) im Auftrag der Arbeiterkammer Oberösterreich (AKOÖ) verursacht diese Praxis jährlich Kosten von bis zu 700 Millionen Euro. Doch was steckt hinter diesem Begriff, und warum sorgt er für so viel Aufregung?
Was ist „Zwischenparken“?
„Zwischenparken“ bedeutet, dass Unternehmen ihre Mitarbeiter in Zeiten geringer Auslastung vorübergehend kündigen, um sie später wieder einzustellen. Besonders betroffen sind Branchen wie Bau, Tourismus und Leiharbeit. Während die Betriebe in dieser Zeit Personalkosten sparen, müssen die Betroffenen mit Arbeitslosengeld auskommen – das sind gerade einmal 55 Prozent ihres vorherigen Nettoeinkommens. „Das ist eine Armutsfalle“, warnt AKOÖ-Präsident Andreas Stangl.
Arbeitslosenquote steigt – und die Allgemeinheit zahlt
Die Zahlen sind alarmierend: Rund 14 Prozent der Arbeitslosen in Österreich sind laut WIFO-Studie „zwischengeparkt“. Das treibt die Arbeitslosenquote um etwa einen Prozentpunkt nach oben. Ohne diese Praxis könnte die Arbeitslosigkeit in Österreich von derzeit 6,9 Prozent auf unter sechs Prozent sinken. „Die Unternehmen privatisieren ihre Gewinne, während die Allgemeinheit die Kosten trägt“, kritisiert Stangl scharf.
700 Millionen Euro – wer zahlt die Rechnung?
Die Kosten für das „Zwischenparken“ belaufen sich auf 600 bis 700 Millionen Euro pro Jahr. Dieses Geld fließt in Arbeitslosengeld, Notstandshilfe und Sozialversicherungsbeiträge, die das AMS für die Betroffenen abführt. Besonders Leiharbeitsfirmen nutzen diese Praxis offenbar als Geschäftsmodell.
„Das ist nicht nur unfair, sondern auch ein Schlag ins Gesicht für alle, die ehrlich arbeiten“, so Stangl weiter.
Forderungen nach Konsequenzen
Die Arbeiterkammer fordert nun Konsequenzen. Unternehmen, die regelmäßig auf das „Zwischenparken“ zurückgreifen, sollen stärker zur Kasse gebeten werden. Denkbar wären höhere Beiträge zur Arbeitslosenversicherung oder strengere Kontrollen durch das AMS.
„Es kann nicht sein, dass die Allgemeinheit für die Profitgier einzelner Betriebe aufkommt“, betont Stangl.
Fazit: Ein System mit Schieflage
Das „Zwischenparken“ zeigt, wie Unternehmen ihre Verantwortung auf die Allgemeinheit abwälzen. Während die Betroffenen mit Einkommensverlusten kämpfen, sparen sich die Betriebe Millionen. Es bleibt abzuwarten, ob die Politik endlich handelt und dieser Praxis einen Riegel vorschiebt.
Credits: APA
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