Hartberg – Herbert Kickl, der Chef der FPÖ, hat beim traditionellen Frühschoppen in Hartberg wieder einmal kein Blatt vor den Mund genommen. Mit markigen Worten und scharfen Angriffen sorgte er für Aufsehen – und für Gesprächsstoff.
Ein Seitenhieb zum Einstieg
Bereits zu Beginn seiner Rede ließ Kickl die Muskeln spielen. Mit einem provokanten Gruß an die Anwesenden fragte er: „Darf ich hier überhaupt ‚Grüß Gott‘ sagen, ohne dass gleich irgendwo ein Bischof die Contenance verliert?“ Ein klarer Seitenhieb auf Erzbischof Franz Lackner, der Kickl zuvor für seine religiösen Anspielungen kritisiert hatte. Wie von oe24 berichtet, hatte Lackner davor gewarnt, Religion für politische Zwecke zu missbrauchen. Doch Kickl wäre nicht Kickl, wenn er sich davon beeindrucken ließe.
„Nudeltruppe“ und „Zwiderwurzn“: Die Ampel-Regierung im Visier
Nach dem Auftakt ging es Schlag auf Schlag. Die seit sieben Monaten regierende Koalition aus ÖVP, SPÖ und NEOS bekam ihr Fett weg. Kanzler Karl Nehammer bezeichnete Kickl als „Verlegenheitskanzler“ und dessen Regierungsmannschaft als „Nudeltruppe“. Außenministerin Beate Meinl-Reisinger (NEOS) wurde von ihm als „Zwiderwurzn“ und „NATO-Agentin“ betitelt, während Vizekanzler Andreas Babler (SPÖ) mit dem wenig schmeichelhaften Begriff „Memme“ bedacht wurde.
Forderungen nach einem „Systemwechsel“
Doch Kickl beließ es nicht bei Beleidigungen. Der FPÖ-Chef forderte einen radikalen „Systemwechsel“ und präsentierte seine Vision für Österreich. Dazu gehörten unter anderem die Abschaffung der Mehrwertsteuer auf Grundnahrungsmittel, ein Ende der „Kriegstreiberei“ und ein rigoroser Stopp für Asylanträge. „Österreich braucht eine Notoperation“, so Kickl in dramatischem Ton.
Tradition trifft auf Provokation
Das Hartberger Oktoberfest und der dazugehörige FPÖ-Frühschoppen sind längst Tradition. Doch mit Herbert Kickl am Rednerpult wird aus der gemütlichen Veranstaltung schnell ein politisches Spektakel. Seine markigen Worte und provokanten Aussagen spalten die Gemüter – und genau das scheint auch sein Ziel zu sein.
Quelle: Frühschoppen Hartberg, oe24.at
Credits: APA
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