Das Vertrauen in die staatliche Pension schwindet rapide: Laut einer aktuellen Studie von Erste Bank, Sparkassen und der Wiener Städtischen Versicherung glauben drei Viertel der Österreicher, dass die staatliche Pension im Alter nicht ausreichen wird. Die Sorge vor Altersarmut wächst, und private Vorsorge gewinnt zunehmend an Bedeutung.
Private Vorsorge als Rettungsanker
Neun von zehn Befragten messen der privaten Altersvorsorge einen hohen Stellenwert bei. Im Durchschnitt legen die Österreicher monatlich 225 Euro für ihre Zukunft zurück. Besonders beliebt sind klassische Sparformen wie das Sparbuch (54 Prozent), Lebensversicherungen (34 Prozent) und Bausparverträge (31 Prozent). Doch auch moderne Ansätze wie Fondssparpläne und Wertpapiere gewinnen an Zuspruch.
„Die Diskussionen über die Finanzierbarkeit des staatlichen Pensionssystems verunsichern viele Menschen“, erklärt Sonja Brandtmayer, Generaldirektor-Stellvertreterin der Wiener Städtischen. Der Umstand, dass bereits jeder vierte Steuereuro in die Stützung der Pensionen fließt, sorgt bei acht von zehn Befragten für Unbehagen.
Arbeiten bis ins hohe Alter?
Besonders alarmierend: Sechs von zehn Österreichern gehen davon aus, im Alter weiter arbeiten zu müssen, um ihren Lebensstandard halten zu können. Diese Entwicklung spiegelt sich auch in der Zufriedenheit mit dem staatlichen Pensionssystem wider: Nur 46 Prozent der Befragten sind damit zufrieden, während 44 Prozent ihre Unzufriedenheit äußern.
Frauen besonders betroffen
Frauen sind laut der Studie besonders stark von Altersarmut bedroht. Sie erhalten im Schnitt deutlich niedrigere Pensionen als Männer und legen monatlich weniger Geld für die Vorsorge zurück. „Die finanzielle Unabhängigkeit ist für neun von zehn Frauen ein zentrales Anliegen“, betont Gerda Holzinger-Burgstaller, Vorstandsvorsitzende der Erste Bank.
Ein düsterer Blick in die Zukunft
Die allgemeine Stimmung in Österreich ist von Pessimismus geprägt: Zwei Drittel der Befragten erwarten eine Verschlechterung der wirtschaftlichen Lage und ihrer Lebensqualität in den kommenden Monaten. Nur neun Prozent blicken optimistisch in die Zukunft.
Vorsorge ist unverzichtbar
Die Ergebnisse der Studie verdeutlichen, wie wichtig es ist, frühzeitig privat vorzusorgen. „Altersarmut darf keine Option sein“, mahnt Patrick Götz, Vorstand der Tiroler Sparkasse. Die Menschen sind bereit, mehr in ihre Zukunft zu investieren – ein Trend, der angesichts der Unsicherheiten im staatlichen Pensionssystem weiter anhalten dürfte.
Quellen: oe24.at, Erste Bank, Sparkassen, Wiener Städtische, IMAS, APA
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