Mega-Stau adé: Salzburg macht die Innenstadt dicht für Touristen-Autos

Mega-Stau adé: Salzburg macht die Innenstadt dicht für Touristen-Autos

Der Sommer in Salzburg bedeutet für viele Autofahrer vor allem eines: Stillstand. Wenn es regnet, strömen unzählige Urlauber aus dem Umland mit dem eigenen Wagen in die Mozartstadt. Nichts geht mehr. Weder Busse noch Einsatzkräfte kommen rechtzeitig durch. Doch damit ist jetzt Schluss. Die Stadt greift durch und macht das Zentrum im Sommer 2026 im Juli und August für fremde Autos dicht.

Schluss mit dem Chaos im Wohnzimmer

Die drastische Sperre gilt rund um die Staatsbrücke für alle Fahrzeuge, die nicht aus dem Salzburger Zentralraum oder den direkten Nachbarbezirken stammen. Nur wer ein Kennzeichen wie S, SL, HA oder ausgewählte bayrische Tafeln wie BGL am Auto hat, darf passieren. Alle anderen bleiben draußen. Bürgermeister Bernhard Auinger findet laut krone.at klare Worte für die Maßnahme: Man habe die Urlauber in der Vergangenheit de facto bis ins Wohnzimmer fahren lassen. Das kenne er aus keiner anderen Stadt. Das Ziel der Politik ist ehrgeizig. Man will rund 1.000 Autofahrten weniger pro Tag durch die Stadt erreichen.

Wer darf noch rein und wer kontrolliert?

Ganz ohne Ausnahmen geht die Aktion natürlich nicht über die Bühne. Lieferanten, Handwerker, Menschen mit Behinderung sowie Hotelgäste mit Buchungsbestätigung dürfen weiterhin zufahren. Auch Einheimische, die ihren Arbeitsplatz im Zentrum nachweisen, sind befreit. Die Polizei wird die Einhaltung der neuen Regeln im Rahmen ihres normalen Streifendienstes überprüfen. In Zukunft könnten sogar smarte Kameras die Kennzeichen automatisch erfassen, ganz nach dem Vorbild italienischer Städte.

Mehr Dolce Vita und smarte Alternativen

Apropos Italien: Planungsstadträtin Anna Schiester verspricht sich von der Aktion ein bisschen mehr „Dolce Vita“ und Flanier-Qualität in den Gassen. Tatsächlich arbeitet die Stadtküche schon am nächsten großen Wurf. Wie salzburg.orf.at berichtet, plant man, die Innenstadt bis 2030 in eine großzügige Begegnungszone mit viel Grün und Wasser aus dem Almkanal umzubauen.

Damit die Touristen trotzdem bequem in die Stadt kommen, gibt es günstige Alternativen. Auf den großen Park-and-Ride-Plätzen am Stadtrand kostet das Parken den ganzen Tag nur 7,50 Euro. Ein Ticket für die öffentlichen Verkehrsmittel für bis zu fünf Personen ist da schon dabei. Wer direkt in Salzburg übernachtet, hat es noch besser. Wie salzburg.info informiert, erhalten Nächtigungsgäste das neu eingeführte „Guest Mobility Ticket“. Damit nutzen sie alle Busse und Bahnen im gesamten Bundesland komplett kostenlos.

Die Urlauber müssen sich also umstellen. Wenn im Herbst das Neutor wegen der großen Festspiel-Baustelle gesperrt wird, könnte die Verordnung des Bürgermeisters sogar noch nahtlos verlängert werden.

Quellen: oe24.at, krone.at, salzburg.orf.at, salzburg.info

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