Die Spannungen in der strategisch wichtigen Straße von Hormuz spitzen sich weiter zu. Der Iran hat den USA mit scharfen Worten gedroht, nachdem Präsident Donald Trump angekündigt hatte, Schiffe aus der blockierten Meerenge zu eskortieren. Die Straße von Hormuz, durch die ein Fünftel des weltweiten Ölhandels fließt, ist seit Monaten Schauplatz eines geopolitischen Machtkampfes.
Trumps „Projekt Freiheit“
Wie die Tagesschau berichtet, plant die US-Regierung unter dem Codenamen „Projekt Freiheit“ eine großangelegte Operation, um feststeckende Handelsschiffe sicher durch die Meerenge zu geleiten. Trump erklärte auf seiner Plattform Truth Social, dass zahlreiche Länder, die nicht in den Konflikt verwickelt seien, die USA um Hilfe gebeten hätten. „Wir werden diese Schiffe sicher aus der blockierten Wasserstraße führen“, so Trump. Details zur genauen Durchführung ließ er jedoch offen.
Iranische Drohungen und internationale Reaktionen
Der Iran reagierte prompt. Laut CNN warnte General Ali Abdollahi, dass jede Einmischung der USA als Verletzung der Waffenruhe betrachtet werde. „Jede ausländische militärische Präsenz, insbesondere die der USA, wird angegriffen, wenn sie versuchen, die Straße von Hormuz zu betreten“, erklärte er. Die iranische Marine behauptete zudem, bereits US-Schiffe am Eindringen in die Meerenge gehindert zu haben.
Die britische Behörde für Handelsschifffahrt (UKMTO) meldete unterdessen einen Angriff auf einen Frachter in der Region. Laut Spiegel wurden mehrere kleine Boote gesichtet, die das Schiff attackierten. Die Besatzung blieb unverletzt.
Friedensgespräche auf der Kippe
Parallel zu den militärischen Drohgebärden laufen diplomatische Bemühungen auf Hochtouren. Wie Reuters berichtet, hat der Iran über pakistanische Vermittler einen 14-Punkte-Plan vorgelegt, der unter anderem den Abzug der US-Truppen und die Aufhebung von Sanktionen fordert. Trump zeigte sich jedoch skeptisch und betonte, dass der Iran „noch keinen ausreichend hohen Preis gezahlt“ habe.
Wirtschaftliche Auswirkungen
Die Blockade der Straße von Hormuz hat massive Auswirkungen auf die Weltwirtschaft. Laut CNN sind die Ölpreise erneut gestiegen, während Hunderte Schiffe und rund 20.000 Seeleute in der Region festsitzen. Experten warnen vor langfristigen Schäden für die globale Energieversorgung.
Quellen: oe24.at, Reuters, Spiegel, Tagesschau, CNN
Credits: APA
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