Es geht wieder los: Ab morgen sitzen 7.600 Schüler in Niederösterreich über ihren Prüfungsbögen und schwitzen bei der schriftlichen Matura. Doch dieses Jahr hat es in sich, denn es markiert das Ende einer Ära. Es ist das allerletzte Mal, dass die Kandidaten von den großzügigen Corona-Erleichterungen profitieren.
Vorbei mit der Schonzeit
Seit der Pandemie gab es für die Prüflinge ein echtes Sicherheitsnetz. Wer in der Abschlussklasse mindestens einen Dreier im Zeugnis stehen hatte, konnte bei der Matura praktisch kaum noch durchfallen. Bei der mündlichen Prüfung reichte oft schon die reine Anwesenheit und ein wenig Mitarbeit, um das begehrte Zeugnis in der Tasche zu haben. Doch damit ist bald endgültig Schluss.
Bildungsminister Christoph Wiederkehr macht ernst und zieht die Zügel an. Wie meinbezirk.at berichtet, greift ab dem Schuljahr 2025/26 die neue „50-50-30“-Regelung. Das bedeutet ganz klar: Auch bei der mündlichen Prüfung müssen die Schüler dann wieder echte Leistung zeigen und mindestens 30 Prozent der Punkte aus eigener Kraft erreichen. Der bequeme Freifahrtschein wird somit einkassiert.
Frust im Lehrerzimmer, Aufatmen auf dem Schulhof
Dass die strengeren Regeln nun doch noch auf sich warten lassen, sorgt hinter den Kulissen für ordentlich Zündstoff. Die Lehrergewerkschaft ist alles andere als erfreut über diese Verzögerung. Wie derStandard.at berichtet, zeigt sich Gewerkschafter Herbert Weiß schwer enttäuscht. Viele Lehrer ärgern sich maßlos darüber, dass sich manche Schüler ohne großen Aufwand durchmogeln können, was den Wert der harten Matura drücke. Dass die längst geplante Verschärfung nun verschoben wurde, fassen die Pädagogen als skurril auf.
Die Schüler hingegen feiern die gewonnene Zeit. Fabian Ecker von der Union Höherer Schüler betont, dass die Matura dank der aktuellen Corona-Regeln endlich kein reines Prüfungsdrama mehr sei. Die Kombination aus der hart erarbeiteten Jahresnote und der punktuellen Prüfungsleistung nehme den extremen Druck von den Schultern der Jugendlichen und sorge insgesamt für eine viel gerechtere Bewertung der echten Leistung.
Daumendrücken für den Endspurt
Trotz aller hitzigen Diskussionen um Quoten und Regeln sprechen die Erfolgszahlen eine eindeutige Sprache: Im vergangenen Jahr haben beachtliche 99 Prozent der Kandidaten auf Anhieb bestanden. Auch Bildungslandesrätin Christiane Teschl-Hofmeister wünscht allen Prüflingen viel Erfolg bei diesem wichtigen Meilenstein im Leben.
Quellen: oe24.at, meinbezirk.at, derStandard.at
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