Mahrer räumt das Feld: Martha Schultz greift im Wirtschaftsbund knallhart durch

Mahrer räumt das Feld: Martha Schultz greift im Wirtschaftsbund knallhart durch

Das Kapitel Harald Mahrer ist endgültig geschlossen. Die Tiroler Touristikerin Martha Schultz wird am Freitag offiziell zur neuen Vorsitzenden des ÖVP-Wirtschaftsbundes gewählt. Und schon bevor sie überhaupt im Amt bestätigt ist, rollen die ersten Köpfe.

Die Gehalts-Affäre kostet Mahrer den Job

Wie die APA und die Wiener Börse berichten, wurde der Druck auf Harald Mahrer in den letzten Tagen einfach zu groß. Es ging um seine verschiedenen Bezüge, Gehaltserhöhungen im Präsidium und eine völlig verunglückte Kommunikation nach außen. Mahrer kapitulierte und legte alle Ämter nieder – auch seinen Posten als Präsident der Österreichischen Nationalbank. Er kündigte in einem Video auf Facebook lediglich eine geordnete Übergabe an. Ob er zu der entscheidenden Sitzung am Freitag überhaupt noch erscheint, ließ eine Sprecherin des Wirtschaftsbundes gegenüber der APA offen. Die Einladung sei zumindest verschickt worden.

Eiserner Besen: Schultz entmachtet die Landesfürsten

Martha Schultz, die das Amt bisher nur geschäftsführend ausübte, fackelt nicht lange. Die Trägerin des Großen Goldenen Ehrenzeichens der Republik räumt in den eigenen Reihen kräftig auf. Wie die Kronen Zeitung und das Magazin Trend berichten, schrumpft sie den gesamten Vorstand drastisch zusammen. Statt bisher fünf Stellvertretern wird es künftig nur noch zwei geben.

Das bedeutet das Aus für prominente und mächtige Funktionäre. So verlieren unter anderem der Steirer Josef Herk, der Salzburger Peter Buchmüller, der Niederösterreicher Wolfgang Ecker und die Oberösterreicherin Doris Hummer ihre Vizeposten. Besonders brisant ist die Personalie Walter Ruck. Der Chef der Wiener Wirtschaftskammer stand zuletzt massiv in der Kritik, da ihm das Nachrichtenmagazin Profil Postenschacherei rund um seine Söhne und seine Lebensgefährtin vorwarf. Schultz zieht nun offenbar die Reißleine.

Zukünftig sollen nur noch ÖVP-Finanzstaatssekretärin Barbara Eibinger-Miedl und der burgenländische Kammerpräsident Andreas Wirth als Stellvertreter fungieren. Der Standard zitiert zwar Insider, die betonen, dies sei keine Entmachtung, sondern nur eine organisatorische Verschlankung. Doch die Botschaft an die Basis ist klar: Es weht ein neuer Wind.

Millionen-Sparpaket und Wahl hinter verschlossenen Türen

Schultz hat eine gigantische Aufgabe vor sich. Sie will und muss sparen. Laut Trend plant sie allein für dieses Jahr Einsparungen in Höhe von 4,2 Millionen Euro, um die Wirtschaftskammer vor tiefroten Zahlen zu bewahren. Aktuell durchleuchten sogar externe Prüfer der KPMG jede einzelne Abteilung, wie der Standard berichtet.

Die Vorzeichen für die Wahl am Freitag sind also auf Sturm gestellt. Die 22. Generalversammlung wurde extra vorverlegt, um Schultz rasch und offiziell einzusetzen. Wer live dabei sein will, hat allerdings Pech. Medien haben keinen Zutritt. Die Veranstaltung läuft lediglich über einen nicht öffentlichen YouTube-Link – und selbst dieser Stream wird während des eigentlichen Wahlgangs unterbrochen. Erst wenn das Ergebnis feststeht, darf die Öffentlichkeit wieder zusehen. Österreichs Wirtschaft blickt gespannt auf diese neue, eiserne Lady.

Quellen: oe24.at, APA, Wiener Börse, Trend, Kronen Zeitung, derStandard, Profil

Credits: APA

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