Nun ist es amtlich: Nach tagelangem Warten hat Harald Mahrer seinen Rücktritt als Präsident der Oesterreichischen Nationalbank (OeNB) eingereicht. Während seine Nachfolgerin in der Wirtschaftskammer, Martha Schultz, bereits die neue Marschrichtung vorgibt, zieht Mahrer nun den endgültigen Schlussstrich unter eine seiner einflussreichsten Funktionen. Wie die Zeitungen „Die Presse“ und „Kurier“ berichteten, wird der Rücktritt mit 30. November wirksam.
Aufregung in der Wirtschaftskammer führte zum Fall
Die Causa hatte in den letzten Wochen für mächtig Wirbel gesorgt. Hohe Gehaltserhöhungen, Mahrers eigene Doppelbezüge und stark kritisierte Entschädigungen für Spitzenfunktionäre der Wirtschaftskammer (WKÖ) brachten das Fass zum Überlaufen. Um die Wogen zu glätten, kündigte Mahrer zunächst nur seinen Rückzug als oberster Aufseher der Notenbank an.
Doch der Druck ließ nicht nach. Es folgten Rücktritte als Präsident des ÖVP-Wirtschaftsbundes und schließlich auch als Chef der Wirtschaftskammer. Das offizielle Schreiben für seinen OeNB-Rückzug ließ jedoch auf sich warten und sorgte für Spekulationen. Nun hat das Warten ein Ende, das Schreiben ist im Finanzministerium eingelangt.
Reischl übernimmt vorläufig das Ruder
„Ich möchte Ihnen mitteilen, dass ich meine Funktion als Präsident der Österreichischen Nationalbank mit Wirkung zum Ablauf des 30. November 2025 zurücklege“, zitierte der „Kurier“ aus Mahrers knappem Schreiben. Die Geschäfte übernimmt interimistisch OeNB-Vizepräsidentin Ingrid Reischl. Die ehemalige ÖGB-Geschäftsführerin bestätigte gegenüber dem „Kurier“, dass sie bereits die nächste Sitzung des Aufsichtsgremiums am 9. Dezember leiten wird. Damit endet die Ära Mahrer an der Spitze der Nationalbank.
Quelle: Die Presse, Kurier
Credits: APA
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