Magyar kommt nach Wien: Ungarns neuer Premier zu Antrittsbesuch bei Stocker

Magyar kommt nach Wien: Ungarns neuer Premier zu Antrittsbesuch bei Stocker

Ungarns Premierminister Péter Magyar reist kommenden Donnerstag nach Wien. Es ist sein zweiter Auslandsbesuch seit dem Amtsantritt — und ein klares Signal, dass Budapest und Wien nach den Orbán-Jahren wieder enger zusammenrücken wollen.

Militärische Ehren am Ballhausplatz

Wie oe24 berichtet, wird Bundeskanzler Christian Stocker seinen ungarischen Amtskollegen am Donnerstag mit militärischen Ehren am Ballhausplatz empfangen. Es ist bereits das zweite persönliche Treffen der beiden — und Magyars zweite Auslandsreise als ungarischer Premierminister überhaupt. Begleitet wird Magyar von seiner Stellvertreterin und Außenministerin Anita Orbán. Auf österreichischer Seite nimmt Europaministerin Claudia Bauer an den Gesprächen teil.

Aus dem Bundeskanzleramt heißt es laut oe24: „In der künftigen Zusammenarbeit mit der klar pro-europäischen ungarischen Regierung muss wieder das konstruktive Miteinander im Vordergrund stehen — sowohl bilateral als auch auf Europa-Ebene.“

Was auf der Tagesordnung steht

Die Agenda des Treffens ist breit. Wie oe24 berichtet, stehen österreichische Unternehmen in Ungarn, die Wettbewerbsfähigkeit der EU und das EU-Budget ebenso auf dem Programm wie Migration und Sicherheit, EU-Erweiterung sowie die Folgen des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine und die Krise im Nahen Osten.

Warum das Treffen politisch bedeutsam ist

Das Signal hinter dem Besuch ist klar. Unter Viktor Orbán war Ungarn jahrelang der schwierigste Partner innerhalb der EU — Veto gegen Ukraine-Hilfen, Blockade von EU-Beitrittsprozessen, offene Russland-Nähe. Magyars Tisza-Partei gewann im April 2026 die Parlamentswahl und löste Orbán nach mehr als 15 Jahren Regierungsherrschaft ab. Mit dem Regierungswechsel in Budapest hat sich die geopolitische Landschaft in Mitteleuropa merklich verändert.

Österreich, das geografisch, wirtschaftlich und historisch eng mit Ungarn verbunden ist, hat ein starkes Interesse daran, die neue Regierung in Budapest als verlässlichen Partner aufzubauen. Rund 3.000 österreichische Unternehmen sind in Ungarn aktiv — ein bilaterales Handelsvolumen, das nicht zuletzt in den Jahren der Orbán-Regierung trotz aller politischer Differenzen gewachsen ist.

Credits: APA / MrSilesian, CC0, via Wikimedia Commons

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