Ein politisches Gerücht sorgt für Aufsehen: Walerij Saluschnyj, ehemaliger Oberbefehlshaber der ukrainischen Armee und derzeit Botschafter in London, könnte sich auf eine Präsidentschaftskandidatur vorbereiten. Das berichtet die Journalistin Katie Livingstone unter Berufung auf Saluschnyjs Team. Auch die Frankfurter Rundschau und MSN greifen das Thema auf und beleuchten die Hintergründe.
Ein Comeback mit Sprengkraft
Noch ist nichts offiziell, doch die Zeichen verdichten sich. Laut Livingstone arbeitet Saluschnyj bereits mit einem Wahlkampfteam in London. An der Spitze: Generalleutnant Serhij Najew. Doch während die Militärs wenig politische Erfahrung mitbringen, setzt Saluschnyj auf erfahrene Köpfe wie die Abgeordnete Wiktorija Syumar, die den Wahlkampf im Hintergrund organisiert. Auch die Kommunikation wird von Profis wie der ehemaligen BBC-Ukraine-Journalistin Oksana Torop geleitet.
Spannungen mit Selenskyj
Die Beziehung zwischen Saluschnyj und Präsident Wolodymyr Selenskyj gilt als angespannt. Bereits im Februar 2024 wurde Saluschnyj als Oberbefehlshaber abgesetzt – ein Schritt, der die Differenzen zwischen den beiden Männern offenbarte. Laut der Frankfurter Rundschau kritisierte Saluschnyj in einem Interview mit dem Economist die festgefahrene Kriegslage und sprach von einem „langwierigen Krieg, der gewaltige Risiken für den ganzen Staat“ berge. Selenskyj widersprach öffentlich und betonte, dass es an der Front kein Patt gebe.
Ein Team mit Strategie
Für die internationale Strategie setzt Saluschnyj auf Polina Lysenko, die ehemalige Leiterin des Anti-Desinformationszentrums. Brisant: Diese Behörde geriet zuletzt unter Druck, als Selenskyjs Partei versuchte, sie politisch zu schwächen – ein Versuch, der am Protest der Bevölkerung scheiterte.
Noch schweigt Saluschnyj
Obwohl Saluschnyj selbst bisher keine Stellungnahme abgegeben hat, gilt er in Umfragen als ernstzunehmender Herausforderer Selenskyjs. Laut der Frankfurter Rundschau sehen viele Ukrainer in Saluschnyj den einzigen Kandidaten, der Selenskyj bei einer Präsidentschaftswahl gefährlich werden könnte. Ein Veteranenforum in London im nächsten Monat könnte der erste Schritt in Richtung einer offiziellen Kandidatur sein.
Credits: APA
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