Luxus-Sanierung im Rathaus: Stadtrat Hacker gönnt sich eigenes Bad – mitten im Sparkurs

Luxus-Sanierung im Rathaus: Stadtrat Hacker gönnt sich eigenes Bad – mitten im Sparkurs

Während Wien einen harten Sparkurs fährt und zwei Milliarden Euro einsparen muss, ließ sich Gesundheits- und Sozialstadtrat Peter Hacker (SPÖ) sein Büro sanieren – inklusive eigenem Bad mit Dusche. Die Bilder, die oe24 zugespielt wurden, sorgen für Empörung.

„Jeder Cent muss umgedreht werden“

Noch im Sommer betonte Hacker, dass „jeder Cent von oben nach unten gedreht werden muss“, wie oe24 berichtet. Zu seiner Budgetrede im Dezember schrieb er auf Instagram: „Die wirtschaftliche Lage macht Einsparungen in allen Bereichen unumgänglich.“

Tatsächlich klafft im Wien-Budget ein Milliardenloch. Das Defizit beträgt 2,65 Milliarden Euro, die Schulden der Stadt steigen auf über 17 Milliarden Euro, wie W24 meldet. Finanzstadträtin Barbara Novak kündigte an, zwei Milliarden Euro einsparen zu wollen.

Bürger spüren den Sparkurs deutlich

Die Wiener bekommen den Rotstift bereits zu spüren. Park- und Öffi-Gebühren wurden deutlich erhöht, Förderungen und Zuschüsse in allen Ressorts um 10 bis 15 Prozent gekürzt, wie Ganz-Wien berichtet. Auch die Mindestsicherung wurde reformiert – allein diese Maßnahme soll 200 Millionen Euro jährlich einsparen, wie Kosmo meldet.

Bauprojekte wie das Laaerbergbad, das Seestadt-Bad und die Neugestaltung der Gumpendorfer Straße wurden verschoben. Selbst der Ausbau von Radwegen musste zurückgestellt werden, wie Heute.at berichtet.

Büro-Sanierung mit eigenem Bad

Für großzügige Umbauarbeiten im eigenen Büro war im Ressort von Hacker aber offenbar noch Geld da, wie oe24 recherchiert hat. Die Büroräumlichkeiten des Stadtrats wurden saniert. Bilder zeigen: Es gibt sogar ein eigenes Bad mit Dusche.

Hacker: Dusche war schon vorher da

Aus Hackers Büro heißt es dazu: „Nach über 20 Jahren war es an der Zeit, das Büro zu sanieren und vor allem zu modernisieren“, wie oe24 zitiert. Die Dusche habe sich bereits vor den Umbauarbeiten im Büro befunden.

„Die Büroräumlichkeit, die vom Stadtrat selbst genutzt wird, war von diesen Umbauarbeiten übrigens nicht betroffen, es bleibt unverändert“, betont ein Sprecher Hackers.

Umzug steht noch bevor

Hacker siedelt innerhalb des Rathauses um. Der Umzug in die neuen Räumlichkeiten erfolgt im ersten Quartal 2026, wie oe24 meldet. Ein genaues Datum steht noch nicht fest. Die Sanierung erfolgte also zu einem Zeitpunkt, an dem die Stadt Wien Kulturförderungen kürzt, Sozialleistungen streicht und Bauprojekte verschiebt. Ob die Büro-Modernisierung nach 20 Jahren wirklich unumgänglich war – oder ob das Timing angesichts des rigoros en Sparkurses unglücklich gewählt wurde, dürfte für Diskussionen sorgen.

Quellen: oe24, W24, Ganz-Wien, Kosmo, Heute.at
Credits: APA

Teilen:
0 0 Abgegebene Stimmen
Artikel Bewertung
Abonnieren
Benachrichtigung von
guest

0 Kommentare
Älteste
Neuestes Meistgewählt
0
Ich würde mich über Ihre Meinung freuen, bitte kommentieren Sie.x