Der mondäne Wiener Opernball bringt traditionell die High Society zusammen, doch dieses Jahr sorgt er vor allem für gewaltige politische Aufregung. Außenministerin Beate Meinl-Reisinger steht wegen ihrer spektakulären Ballnacht in der Staatsoper heftig in der Kritik. Die FPÖ forderte absolute Transparenz bezüglich der Kosten, und nun liegt die finale Rechnung endlich auf dem Tisch.
Eine königliche Rechnung für eine Nacht voller Glamour
Die Gesamtkosten für den eleganten Abend der Außenministerin beliefen sich auf stolze 35.457,04 Euro, wie oe24.at berichtet. Während normale Bürger mit steigenden Lebenshaltungskosten zu kämpfen haben, scheute die Regierung für diplomatisches Networking keine Kosten. Allein die exklusive Loge schlug mit 26.000 Euro zu Buche. Speisen und Getränke am Ball ließen die Rechnung um weitere 2.431,20 Euro anwachsen. Noch bevor der erste Walzer überhaupt angestimmt wurde, kostete ein nobles Abendessen im Ministerium den Steuerzahler 2.925,84 Euro. Zusätzliche Eintrittskarten kosteten jeweils 410 Euro.
Meinl-Reisinger tanzte dabei nicht allein. Sie empfing die Außenministerinnen von Albanien und den Philippinen. Das Außenministerium verteidigte die extravagante Nacht und erklärte, der Opernball sei ein wichtiger Ort für gezielte diplomatische Beziehungen. Die Philippinen seien beispielsweise ein zentraler Partner bei der österreichischen Fachkräfteoffensive im Pflegebereich.
Die FPÖ sieht rot
Die FPÖ schäumt vor Wut. FPÖ-Generalsekretär Michael Schnedlitz startete einen massiven verbalen Angriff und bezeichnete den Abend als absoluten Egotrip. Er warf Meinl-Reisinger vor, auf Staatskosten Ballkönigin zu spielen, wie fpoe.at berichtet. Die Partei kritisierte scharf, dass die Außenministerin eine eigene exklusive Loge anmietete, anstatt in der offiziellen Regierungsloge Platz zu nehmen, die dieses Jahr erstaunlich leer blieb.
Allerdings bezahlte die NEOS-Politikerin auch einiges aus eigener Tasche. Ihr maßgeschneidertes Europakleid sowie Haare, Make-up und Schmuck wurden komplett privat finanziert und kosteten den Steuerzahler keinen Cent.
Ein Blick in die Vergangenheit
Auch wenn 35.000 Euro nach einem massiven Vermögen klingen, offenbart ein Blick in die Geschichtsbücher eine überraschende Wendung. Die Ballnacht von Meinl-Reisinger war tatsächlich günstiger als die Auftritte mehrerer ihrer Vorgänger. Die frühere Außenministerin Karin Kneissl verursachte 2019 eine Rechnung von 35.831,65 Euro – und das lange vor der jüngsten Inflationswelle. Auch Alexander Schallenberg gab 2024 stolze 39.075,26 Euro für seinen Opernball-Besuch aus.
Die Zahlen zeigen: Hochkarätige Diplomatie in der Staatsoper hatte schon immer ein gewaltiges Preisschild, völlig unabhängig davon, wer das Ministerium gerade führt. Die hitzige Debatte darüber, ob der Steuerzahler für Champagner und Walzer aufkommen sollte, wird aber garantiert weitergehen.
Quellen: oe24.at, heute.at, fpoe.at
Credits: APA
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