In Oberösterreich wurde eine 60-jährige Akademikerin aus Linz Opfer einer Betrugsmasche. Unbekannte erlangten innerhalb kurzer Zeit insgesamt 580.000 Euro. Der Fall verdeutlicht, wie gezielt Cyberkriminelle vorgehen.
Ablauf des Betrugs: Gefälschte FinanzOnline-SMS
Die Geschädigte erhielt eine SMS mit dem Hinweis, ihre FinanzOnline-ID würde bald ablaufen. In der Nachricht war ein Link enthalten, über den sie eine angebliche Verlängerung der ID durchführen sollte. Die Frau folgte dem Link und gab auf einer gefälschten Webseite ihre persönlichen Daten ein. Wie die Kronen Zeitung berichtet, nahmen die Täter in diesem Moment Kenntnis davon, dass die Frau auf die Attacke reagiert hatte.
Kontaktaufnahme und Fernzugriff
Kurz nach Eingabe der Daten erhielt die Frau einen Anruf. Der Anrufer gab sich als Mitarbeiter aus und erklärte, es gebe Probleme mit ihrem FinanzOnline-Account, die durch das Öffnen einer betrügerischen SMS verursacht worden seien. Zur Lösung der angeblichen Probleme wurde der Frau Hilfe angeboten. Dazu bat der Anrufer um Fernzugriff auf ihren Computer. Nach Angaben von Gerald Sakoparnig, Chefinspektor und Leiter der Betrugsabteilung im Landeskriminalamt Oberösterreich, gewährte die Frau daraufhin den Zugriff, wodurch die Täter Zugriff auf ihr Bankkonto erhielten und 580.000 Euro überwiesen.
Weitere Fälle mit ähnlicher Vorgehensweise
Bereits einen Tag zuvor war ein 50-jähriger Mann aus dem Innviertel von derselben Betrugsmasche betroffen. Hier erbeuteten die Täter 15.000 Euro. Insgesamt belief sich die Schadenssumme der beiden Fälle in Oberösterreich laut Krone binnen zweier Tage auf rund 600.000 Euro. Chefinspektor Sakoparnig wies darauf hin, dass unterschiedlichste Personen Ziel solcher Betrugsversuche werden können.
Ermittlungen und Präventionsempfehlungen
Die Ermittlungen gestalten sich schwierig, da die Täter offenbar aus dem Ausland agieren. Nach Einschätzung der Polizei operieren die Verantwortlichen vermutlich aus Südostasien, etwa aus Thailand oder Kambodscha. Die Auswahl der Opfer erfolgt größtenteils zufällig.
Die Polizei rät, keine Links aus SMS- oder WhatsApp-Nachrichten von unbekannten Absendern zu öffnen und keinen Fernzugriff auf eigene Geräte zuzulassen. Die Chancen, das gestohlene Geld zurückzuerlangen, sind laut Behörden gering.
Quelle: Krone
Credits: Canva
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