Linz-Sager sorgt für Nachspiel: OÖVP kontert Schellhorn

Linz-Sager sorgt für Nachspiel: OÖVP kontert Schellhorn

Der Seitenhieb von NEOS-Staatssekretär Josef Schellhorn gegen Oberösterreichs Landeshauptstadt bleibt nicht ohne Antwort. Die oberösterreichische Volkspartei nimmt den Salzburger Politiker nun öffentlich in die Mangel – mit einem eigenen pointierten Konter.

Der Sager, der alles auslöste

Im Interview mit den „Salzburger Nachrichten“ hatte Schellhorn am Wochenende zur Verteidigung der Salzburger Festspiele einen Vergleich gezogen, der schnell für Aufsehen sorgte: „Ich beleidige viel die Oberösterreicher. Und Salzburg wäre ohne die Festspiele ein zweites Linz“, so der Staatssekretär, wie oe24 dokumentiert. Sein Versuch, den Sager im selben Atemzug zu entschärfen – er meine das nicht böse –, konnte den Unmut in Oberösterreich offenbar nicht dämpfen.

OÖVP-Landesgeschäftsführer Hiegelsberger schlägt zurück

Die Antwort aus Linz ließ nicht lange auf sich warten. OÖVP-Landesgeschäftsführer Florian Hiegelsberger reagierte gegenüber oe24 mit süffisanter Gelassenheit: „Wir Oberösterreicherinnen und Oberösterreicher halten das schon aus. Und dass Josef Schellhorn gerne Sprüche klopft, ist ja nichts Neues.“ Wer das Bundesland aber weiterhin auf das Klischee einer grauen Innenstadt reduziere, sei offenbar schon länger nicht mehr dort gewesen, so der Landesgeschäftsführer weiter. Als Beleg für die touristische Attraktivität Oberösterreichs verwies er auf die Seenregion: „Rund um unsere Seen ja auffallend viele Wiener Kennzeichen zu sehen sind.“

Ein Rat in Richtung Entbürokratisierung

Besonders pointiert fiel Hiegelsbergers Schlusspointe aus, die direkt auf Schellhorns eigentliches Regierungsressort abzielt. Der Staatssekretär ist innerhalb der Bundesregierung für Entbürokratisierung zuständig – genau hier setzt der OÖVP-Landesgeschäftsführer seinen ironischen Appell an: „Wenn Schellhorn bei der Entbürokratisierung genauso viel Energie an den Tag legt wie bei seinen Sprüchen, dann hätten am Ende sogar alle etwas davon.“

Ein Muster wiederkehrender Sager

Der aktuelle Schlagabtausch reiht sich in ein bekanntes Bild ein: Schellhorn ist innerhalb der österreichischen Innenpolitik bereits für seinen Hang zu pointierten, mitunter provokanten Wortmeldungen bekannt. Bereits im Februar hatte er sich mit deutlichen Aussagen zur Krise rund um die Salzburger Festspiele positioniert. Der Linz-Vergleich reiht sich damit als jüngstes Beispiel in eine längere Liste von Sagern ein, mit denen der NEOS-Politiker regelmäßig für mediale Aufmerksamkeit sorgt.

Ein Streit ohne echte Verlierer

Ernsthaften politischen Schaden dürfte der Schlagabtausch für keine der beiden Seiten anrichten – vielmehr wirkt der Konter aus Oberösterreich wie eine bewusst launige Retourkutsche, die den ursprünglichen Sager mit gleicher Münze zurückzahlt, ohne die Debatte tatsächlich zu eskalieren.


Credits: ÖVP

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